Die Aufgabe

Die Aufgabe

Die folgende (hier gekürzte) Aufgabenstellung wurde von den Studierenden bearbeitet:

Black Box – Entwurf eines „Standsystems“ für den Flohmarkt auf dem Karolinenplatz

Ausgangssituation

Der Flohmarkt auf dem Darmstädter Karolinenplatz ist eine Veranstaltung mit langer Tradition. Seit seiner Gründung in den 1970er Jahren sorgt er jedes Jahr an zwei Wochendenden für eine Belebung des Stadtzentrums. Aufgrund der verkehrsgünstigen Lage und dem besonderen Ambiente zwischen historischen und zeitgenössischen Bauten ist das Verkäufer- und Besucheraufkommen jedes Mal enorm. Neben seiner Funktion als Umschlagplatz für Gebrauchtwaren ist der Flohmarkt aber auch ein gesellschaftliches Ereignis, das die Bürgerinnen und Bürger der Stadt miteinander ins Gespräch. Als weitere Attraktion kommt hinzu, dass viele der Stände über Nacht geöffnet haben.

Die Beliebheit des Flohmarkts ist jedoch auch ein Problem. So wurde aufgrund des enormen Andrangs auf die begrenzt vorhandenen Standflächen regelmäßig Feuerwehrzufahrten durch Stände blockiert, außerdem wurden benachbarte Areale erheblich verschmutzt. Aus diesem Grund möchte die Stadt Darmstadt die Veranstaltung inhaltlich und strukturell neu ausrichten und hat zu diesem Zweck einen (fiktiven) Wettbewerb ausgeschrieben und interdisziplinäre Projektgruppen zur Teilnahme aufgefordert.

Aufgabenstellung

Um den Ablauf insbesondere beim Aufbau der Stände besser zu regeln, möchte die Stadt den Verkäufer/innen ein neues System von Verkaufsständen zur Verfügung stellen. Dieses System soll von allen Verkäufer/innen verbindlich eingesetzt werden und wird ihnen für die Dauer des Flohmarktes gegen eine Gebühr zur Verfügung gestellt. Das neue Standsystem soll einen funktionalen Mehrwert hinsichtlich Komfort und Sicherheit bieten und zu einer optimalen Ausnutzung der vorhandenen Flächen (Stellflächen und Gehwege) beitragen. Zudem soll durch die Vereinheitlichung des Marktmobilars eine visuelle Aufwertung erreicht werden, die den besonderen Charakter des Flohmarktes unterstreicht.

Um die soziale Komponente des Flohmarktes zu stärken, soll das neue Standsystem auch den zwischenmenschlichen Austausch fördern. Der Flohmarkt soll wieder zu einem Ort der Kommunikation werden.

Die Aufgabe der interdisziplinären Gruppen ist es, unter Berücksichtigung der architektonischen, mathematischen, materialwissenschaftlichen und physikalischen Parameter ein räumliches und funktionales Konzept für das Standsystem zu entwickeln und zu visualisieren.

Mit Blick auf das Gesamtsystem sind die folgenden Parameter relevant: Die Modularität des Standsystems und Kombinierbarkeit der Stände untereinander, die Erschließung der Stände durch eine optimale Ausweisung von Stellflächen und Gehwegen, sowie die Gewährleistung reibungsloser Abläufe am Flohmarkttag von der Ausgabe der Systeme, über deren Transport und Aufbau bis hin zum Abbau.

Da der Flohmarkt nur zweimal im Jahr stattfindet, wird das Standsystem in der Zwischenzeit in der Tiefgarage unter dem Karolinenplatz eingelagert. Als Zugänge dienen zwei auf dem Platz befindliche Treppenabgänge. Es ist darauf zu achten, dass die Tiefgarage auch während des Flohmarktes nutzbar bleibt, und dass die gelagerten Standsysteme ein möglichst geringes Packmaß einnehmen, um möglichst viele Parkflächen zu erhalten.

Zusätzlich zu den transportablen Systembestandteilen können auch Hilfsmittel wie z.B. Befestigungsoptionen entwickelt werden, die permanent auf dem Platz installiert sind. Dies jedoch nur unter der Voraussetzung, dass der Platz in der flohmarktfreien Zeit ohne Einschränkungen genutzt werden kann und die optische Erscheinung des Platzes gewahrt bleibt oder optimiert wird.

Folgende Bestandteile des Standes sind erforderlich: Verkaufsfläche/n, Stauraum, Sitzgelegenheiten für mind. zwei Personen, Beleuchtung für den Nachtbetrieb, sowie ein optional einsetzbarer Witterungsschutz.

Das Standsystem muss so gestaltet und konstruiert sein, dass es eine Verbesserung gegenüber dem bisherigen Vorgehen (Tapeziertisch, Klappstuhl, Sonnenschirm) darstellt. Das Standsystem muss deshalb an die erfordernisse der verkauften Waren anpassbar sein. Darüber hinaus kann auch die Kombinierbarkeit der Systembestandteile zu größeren (Verkaufs-)Einheiten berücksichtigt werden.

Es ist beabsichtigt das Standsystem als eine Art „Bausatz“ an die Nutzer/innen abzugeben. Der Transport der Bestandteile des Standes auf dem Platz, sowie der Auf- und Abbau muss von maximal zwei Personen ohne große technische Vorkenntnisse und ohne den Einsatz von Werkzeugen zu bewerkstelligen sein.

Ziel ist die Entwicklung einer funktionalen, ästhetisch ansprechenden, variablen und dem Ort angepassten Lösung. Dabei ist die Funktion des Standsystems hinsichtlich Stabilität, Kombinierbarkeit, Materialeigenschaften und zum Betrieb benötigter Ressourcen / Technik sicherzustellen. Alle Maßnahmen müssen schlüssig aus dem zu erstellenden Anforderungsprofil abgeleitet werden.

Die Dimensionierung der Systembestandteile und die Wahl der Materialien ist aus der Konzeption des Systems und den sich daraus ergebenden gestalterischen, konstruktiven, ergonomischen und sozialen Anforderungen heraus zu entwickeln. Hinsichtlich der Herstellungskosten ist auf ein ausgewogenes Kosten-Nutzen-Verhältnis zu achten.