Das Darmstädter Modell

Das Darmstädter Modell

„Der Darmstädter Studiengang versteht Architektur als Einheit von Hochbau und Städtebau (Darmstädter Modell). Der Fachbereich wird hieran weiter festhalten und sieht sich nicht zuletzt durch die beruflichen Erfolge der Absolventen bestätigt. Konsequent bleiben wir bei der breiten Auffächerung der Lehrangebote und weitgehenden Individualisierung der Methoden und Wege, aber auch bei den gemeinsam formulierten Anforderungen an qualifizierte Ausbildung.“ 1

Positive Evaluation des Fachbereich durch externe Kommission

Der Fachbereich wurde von einer externen Gutachterkommission positiv bewertet. Die Kommission setzte sich aus namenhaften Persönlichkeiten der Architekturlehre sowie der freien Wirtschaft zusammen.

„Hauptstärken der Lehre des Fachbereich Architektur der TU Darmstadt sind…

  • Das Darmstädter Modell mit integriertem Städtebau
  • Die Ausbildung zum entwurfsstarken Generalisten
  • Die fundierte Grundausbildung in Kunst und Theorie“ 2

„Der Fachbereich Architektur (15) der TU Darmstadt zeichnet sich durch eine gut reformierte Lehrstruktur aus, mit einem schon fast radikal zu nennenden Entwurfsschwerpunkt. Mit diesem prägnanten Profil, einem Alleinstellungsmerkmal innerhalb deutscher Architekturfakultäten erfolgt eine sehr wirksame Auseinandersetzung mit den Themen Architektur und Städtebau. … Der Fachbereich besitzt bedeutende Persönlichkeiten, die den ausgezeichneten Ruf der Darmstädter Universität wirksam nach außen vermitteln. …
Der Fachbereich Architektur besitzt landesweite Ausstrahlung und gehört – aus der Sicht der Gutachterkommission – zu den führenden deutschen Architekturfakultäten.“ 3

Quellen:

1: Aus dem Vorwort zum Almanach Architektur 1990–1992 des damaligen Dekans Prof. Jürgen Bredow.

2: Auzug aus dem Bericht der Gutachterkommission (Sept. 2009)

3: Auszug aus der zusammenfassenden Bewertung der Gutachterkommission (Sept. 2009)

Was ist das „Darmstädter Modell“ ?

Der von den neu berufenen wie von den erfahrenen Hochschullehrern gemeinsam getragene Grundgedanke dieser Konzeption bestand in der Absicht, allen Studierenden möglichst früh die Entfaltung ihrer individuellen Potentiale und persönlichen Neigungen zu ermöglichen. Dies bedeutete eine möglichst frühe Konfrontation mit dem gesamten Spektrum der künstlerischen, technischen, geschichts- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächer, die in der Fakultät für Architektur und anderen Einrichtungen der Technischen Hochschule angeboten wurden – mit einem verpflichtenden Fächerkanon in den ersten Semestern und wachsender Wahlfreiheit in der Entscheidung für eigene Schwerpunkte im Verlauf des weiteren Studiums.

Deutlich bildeten sich ab Anfang der 70er Jahre jene fünf Lehrgebiete heraus, die auch dem Strukturplan vom April 2000 und der neuen Studienordnung vom September 2002 noch ihre Grundlage gaben, fünf Fächergruppen, die in Verpflichtung auf die Gleichzeitigkeit von Forschung und Lehre nun allerdings nicht mehr als „Lehrgebiete“, sondern als „Fachgruppen“ benannt sind – eine Bezeichnung, die, nach der Berufung von Thomas Sieverts 1971 auf die zweite Städtebau-Professur neben der von Guther, bereits für die kooperierenden Fachgebiete der Professoren Max Guther, Rolf Romero und Thomas Sieverts als „Fachgruppe Stadt“ eingeführt worden war.

Mit der bisherigen Ausrichtung von Studienleistungen auf diese Fachgruppe nach der Diplom-Vorprüfung und städtebaulicher Diplomarbeit als Abschluss war mit dem Diplom in Darmstadt zugleich das Erste Staatsexamen in diesem Berufsfeld absolviert und damit der Zugang in das entsprechende Referendariat möglich – bis heute eine der Besonderheiten der hiesigen Ausbildung.

Die aktuelle Struktur
Zum Wintersemester 2008/09 führt der Fachbereich Architektur im Zuge des 1999 begonnenen Bologna-Prozesses die neuen Studiengänge „Bachelor“ und „Master“ ein.

Gemeinsame Studienstrukturen in ganz Europa sollen den Wechsel und die internationale Anerkennung von Studienabschlüssen erleichtern. Als neues, europaweit einheitliches System wird das zweigeteilte (gestufte) Studienmodell der angelsächsischen Länder gewählt:
Nicht mehr ein Diplomstudiengang mit 10 Semestern, sondern zwei aufeinanderfolgende („konsekutive“) Studiengänge: „Bachelor of Science Architektur“ und „Master of Science Architektur“.