Projektion – Fotografische Behauptungen

18.04.2016

Projektion – Fotografische Behauptungen

Die TU Darmstadt ist neuer Kooperationspartner der Darmstädter Tage der Fotografie

Wenn am 23. und 24. April von 10 bis 18 Uhr die Künstlerinnen und Künstler der Fototage ihre Werke zeigen, öffnet die gerade entstehende Ausstellungshalle des Kunstforums der TU Darmstadt erstmalig ihre Türen. Das Kunstforum im Alten Hauptgebäude der TU wird seit März 2016 von Kuratorin Julia Reichelt M.A., die als künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin an das Fachgebiet Plastisches Gestalten angebunden ist, aufgebaut und geleitet.
Für die Tage der Fotografie hat sie Werke von Christine Braun, Philip Frowein, Johannes Kersting, Thiemo Kloss und Ken´ichi Matsubara zusammengestellt.

Werke der Ausstellung (Zum Vergrößern anklicken)

Mit ihren Arbeiten erforschen die Fotokünstler die Grenzen des Mediums Fotografie und setzen sich gleichzeitig mit dem Thema Raum auseinander. Das passt perfekt zu der gerade entstehenden Ausstellungshalle des neuen Kunstforums der TU Darmstadt und dem forschenden Geist einer Technischen Universität.

So setzt sich Thiemo Kloss in seinen „White Rooms“ mit soziologischen Phänomenen auseinander. „Das Konzept meiner Fotoserie „White Rooms“ ist es, Massenszenarien darzustellen, die gängige Verhaltensweisen, humangeschichtliche Entwicklungen und den technologischen Fortschritt unserer Gesellschaft aufzeigen.“ Durch die teilweise strikte Ordnung der Personengruppen werden Freiheit, Selbstbestimmung und Anpassung an eine computergesteuerte Welt hinterfragt.

Die Fotos der Serie „Blind Alleys“ von Philip Frowein werden zu Metaphern für das trügerische Verhältnis zur Wirklichkeit, das die Fotografie eingeht. Ihn treibt die Frage um, was Fotografie leisten kann in dem Bestreben eine Wirklichkeit abzubilden, die in ihrer Äußerlichkeit unvollständig bleibt. Frowein nutzt einen Raum in einem Haus als Bühne für seine unterschiedlichen Raumvisionen. Inspiriert von Autoren wie Haruki Murakami und der Kunst der Surrealisten, versucht er dem Übernatürlichen nachzuspüren.

„Können wir Bildern überhaupt trauen?“, fragt auch Johannes Kersting. Er löst mit „Between the lines“ die Bildgrenzen auf und erweitert seine Fotografien installativ in den Raum hinein. Seine Bilder werden so zu skulpturalen Arbeiten. Er selbst nennt das „extended photography“ und hält die Grenzen zwischen Malerei und Fotografie bewusst fließend. Die Wände des Japaners Ken’ichi Matsubara existieren hingegen nur als fotografischer Raum, auch wenn die einfachen Strukturen seiner Foto-Collage „Wall“ dreidimensional wirken. Durch trügerische Perspektiven und die Nutzung einer einfachen Lichtwirkung spielt seine Arbeit mit der Wahrnehmung eines visuellen Raumes und wie er mit der Wirklichkeit in Verbindung gebracht werden kann.

Christine Braun schließlich verweigert sich mit ihrer Installation „Leere Behauptung“ gänzlich, ein Bild zu machen und fordert die Besucherinnen und Besucher auf, dies selbst zu tun: Ein gerahmtes unbelichtetes Fotopapier steht auf einem Sockel. Durch ein Loch in der Mitte des Papiers kann man hindurch gucken. So liegt die Kunst ganz im Auge des Betrachters.

9. Darmstädter Tage der Fotografie

Ausstellungshalle des Kunstforums der TU Darmstadt
Altes Hauptgebäude, Hochschulstr. 1
2. OG
Sa., 23. und So., 24. April 2016
10 bis 18 Uhr
http://www.dtdf.de/

Jetzt schon vormerken:
Die offizielle Eröffnungsausstellung der Ausstellungshalle
Carola Keitel
„Out of Order“

Sa., 18. Juni 2016

Die Eröffnung

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