Neu am Fachbereich: Prof. Dr. Nina Gribat

23.01.2017

Neu am Fachbereich: Prof. Dr. Nina Gribat

Zum 01. November 2016 wurde Dr. Nina Gribat auf die Professur für Entwerfen und Städtebau am Fachbereich Architektur der TU Darmstadt. berufen. Sie übernimmt damit das ehemalige Fachgebiet „Entwerfen und Siedlungsentwicklung“ (Prof. Markus Gasser).

Prof. Dr. Nina Gribat
Dr. Nina Gribat

Die Berufsfelder Städtebau und Stadtplanung befinden sich im Wandel (…). Planung wird zunehmend als Teil städtischer Governance verstanden, die von einer Reihe von Akteuren mitgestaltet wird. Dies hat in den letzten Jahren zu einem erweiterten Verständnis von Städtebau geführt. Es schließt neben räumlichen gestalterischen zunehmend prozessuale, integrierte und strategische Arbeitsweisen mit ein, womit neue Wissensbestände und Ansätze sowie Methoden neben der räumlichen Gestaltung Relevanz erhalten (z.B. Partizipation, Moderation, informelle Ansätze). Dazu bekommen neue Themenfelder in der Stadtentwicklung Dringlichkeit, wie globale Migrations- und Fluchtbewegungen und der Klimawandel. Für die Ausbildung neuer Generationen von Städtebauer/innen ergeben sich daraus vielfältige Herausforderungen. Das Verständnis von Stadtentwicklungsprozessen in ihrer Komplexität muss ebenso vermittelt werden wie die Möglichkeiten und Grenzen ihrer Gestaltung und Steuerung.“ (Dr. Nina Gribat)

Das Fachgebiet „Entwerfen und Städtebau“ wird sich unter der Leitung von Dr. Nina Gribat in Forschung und Lehre mit Stadtentwicklungsprozessen und deren unterschiedlichen räumlichen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Ausprägungen im internationalen Kontext auseinander setzen. Einen Schwerpunkt bildet die Erforschung und Vermittlung von integrierten strategischen Ansätzen des städtebaulichen Entwerfens und Planens, der auf maßstabsübergreifenden interdisziplinären Herangehensweisen beruht. Dabei wird Städtebau als eine Aufgabe begriffen, in die Ansätze von räumlicher Gestaltung, Steuerung und Forschung gleichwertig ineinandergreifen.

Dr. Nina Gribat studierte Architektur an den TUs in Darmstadt und Berlin. Nach ihrem Diplom an der TU Berlin im Jahr 2003, absovierte sie ein Jahr am Bauhauskolleg „Transitspaces“ der Bauhausstiftung Dessau. 2006 schloss sie einen Master of Arts in Planning Research and Theory an der University of Sheffield ab und verteidigte 2010 ihre Doktorarbeit „Governing the Future of a Shrinking City: Hoyerswerda, East Germany“ an der Sheffield Hallam University in Großbritannien.

In Anschluss hatte sie von April 2013 bis September 2014 eine Vertretungsprofessur am Fachgebiet Internationaler Städtebau des Städtebau-Instituts der Universität Stuttgart inne, wo sie zuvor schon zwei Jahre im Aufbau, der Koordination und der Lehre des internationalen Masterstudiengangs „Integrated Urbanism and Sustainable Design“ (MSc IUSD) gearbeitet hatte. In der Folge wechselte Dr. Nina Gribat als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an die Habitat Unit der TU Berlin. Zwischen September 2015 und Oktober 2016 hatte sie dann eine Stelle als Postdoc am Departement Societé, Acteurs, Gouvernement en Europe der Université de Strasbourg, wo sie im internationalen Forschungsprojekt „Altergrowth“ arbeitete.

Der Arbeitsschwerpunkt von Dr. Gribat liegt auf der Erforschung von städtischen Transformationsprozessen. Ihr Interesse gilt dabei insbesondere den Prozessen der Gestaltung neuer städtischer Zukünfte im Kontext von demographischen und strukturellen städtischen Veränderungen und den Konflikten, die dabei auftreten. Sie veröffentlicht dazu in diversen Fachzeitschriften und Fachbüchern. Darüber hinaus erforscht sie historische und zeitgenössische Wandlungsprozesse der Berufs- und Ausbildungspraxis in Architektur und Stadtplanung. Im Frühjahr 2017 erscheint dazu ihr Buch „Vergessene Schulen: Architekturlehre zwischen Reform und Revolte um 1968“ (Mitherausgeber: Philipp Misselwitz und Matthias Görlich) bei spectorbooks.

In der Praxis hat Nina Gribat für verschiedene Büros gearbeitet. Zur Zeit berät sie neben ihrer akademischen Tätigkeit im Bereich der Stadtentwicklung. Außerdem ist sie Mitglied des Redaktionskollektivs der DFG-geförderten Online Zeitschrift sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung.

Weiterführende Informationen
Fachgebiet Entwerfen und Städtebau

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