Seed Fund am FB15

23.01.2017

Seed Fund am FB15

Ergebnis der zweiten Ausschreibungsrunde – WiSe 2016/17

Am 30. September 2016 endete die Einreichungsfrist für die zweite Ausschreibungsrunde des Pilotprojektes „Seed Fund“ am Fachbereich Architektur. Durch dieses Förderinstrument soll die Phase der Antragstellung für Drittmittelprojekte unterstützt werden. Die Förderung ist stellenbasiert. Vergeben werden in zunächst zwei Ausschreibungsrunden je drei 50%-Stellen für jeweils sechs Monate. Gefördert werden Antragstellungen auf konkrete Förderformate von Drittmittelgebern mindestens in Höhe einer Sachbeihilfe im DFG-Normalverfahren (ca. 150.000€). Finanziert wird die Förderung in der Pilotphase aus Sondermitteln des Präsidiums der TU Darmstadt.

Bis zum Stichtag waren insgesamt neun Anträge eingegangen. Diese wurden am 23.11.16 von der folgenden Jury beurteilt:

Prof. Dr. Corinna Rohn, Hochschule Rhein-Main Wiesbaden,
Dr. Marcel Schweiker, KIT Karlsruhe,
Prof. em. Dr. Christof Dipper, Forschungsmentor der TU Darmstadt
Dr. Christof-Matthias Neubrand, Forschungsdezernat der TU Darmstadt
Prof. em. Dr. Dietmar Groß, Forschungsmentor der TU Darmstadt

Als entscheidende Bewertungskriterien wurden benannt: Erfolgswahrscheinlichkeit, fachliche Relevanz, Antragsqualität, Innovationspotential, Arbeitsplanung (Durchführbarkeit).

Mit der Zusage einer 50% Stelle für 6 Monate zur Ausarbeitung des Antrags wurden BewerberInnen aus drei verschiedenen Fachgebieten des FB15 ausgezeichnet:

  • Marianne Halblaub Miranda (FG Urban Health Games)
    Ihr Projekt „Active Learning Spaces – Gestalterische Einflussfaktoren auf körperliche Bewegung in gesundheitsfördernden Schulen“ untersucht den Einfluss der gebauten Umwelt auf die körperliche Aktivität und das Wohlbefinden von SchülerInnen. Die zu erwartenden Ergebnisse beinhalten eine erste empirische Datengrundlage zur Wahrnehmung und Nutzung der gebauten Umwelt durch SchülerInnen in Deutschland.
    Die gewonnenen Erkenntnisse sollen zu einem besseren Verständnis über räumliche Erwartungen, Bedürfnisse und Anforderungen an Schulgestaltung beitragen, sowie konkrete Empfehlungen für die Planung und die Entwicklung von „gesundheitsfördernden Schulen“ liefern.
  • Dr. Markus Kip (Promotionskolleg UrbanGrad)
    Sein Projekt trägt den Titel „Global Modernism Reconsidered. Zentrumsgestaltungen der Nachkriegsmoderne in der heutigen Städtebaupraxis“. Ausgehend von der Feststellung, dass der moderne Städtebau der Nachkriegszeit seit einigen Jahren international vermehrte Aufmerksamkeit und Wertschätzung in Architektur und Stadtforschung findet, untersucht das Forschungsprojekt die Ursachen für dieses Interesse und die Wirkungen auf die bauliche Entwicklung des Erbes. Zentrales Element des Projekts ist die Schaffung eines transdisziplinären Forschungsnetzwerks, welches dem fachlichen Austausch zum heutigen Umgang dienen soll.
  • Dr.-Ing. Ludwig Schwab (FG Entwerfen und nachhaltiges Bauen).
    Das Projekt von Dr.-Ing. Ludwig Schwab erforscht die Landbaukunst, eine herrschaftlich getragene Initiative auf dem Land um 1800. Sie wollte die Ressourcenkrise der Zeit – die sogenannte Holznot – als Hemmnis für die Entwicklung des Landes mit einem ökonomisch nachhaltigeren Bauen überwinden. Es werden drei Hofanlagen am Main untersucht, die mit dem Anspruch errichtet wurden, musterhaft für ländliche Bautechnik und Ästhetik zu werden. Inwieweit sie einen substanziellen protomodernen Funktionalismus zeigen, soll methodisch mit einem Nachhaltigkeitsalgorithmus untersucht werden.

Die Jury gratuliert den Preisträgern, sah aber – anders als in der ersten Förderrunde – innerhalb des auch zahlenmäßig reduzierten BewerberInnenfeldes nur wenige Vorschläge, denen eine vergleichbare Qualität (und damit Chance auf Erfolg bei der folgenden Antragsstellung) bescheinigt werden konnte. Nach den Vorgaben des Seed fund sollten nur solche Antragsskizzen befürwortet werden, deren erfolgreiche Ausarbeitung zum Vollantrag aufgrund der bisher vorgelegten Darstellung als plausibel gelten kann. Es fällt auf, dass zwei der drei erfolgreichen Anträge von bereits promovierten Bewerbern eingereicht wurden, was erneut die Schwierigkeiten belegt, ohne vorherige wissenschaftliche Erfahrungen den Anforderungen eines kompetitiven Verfahrens gerecht zu werden. Um das Instrument in seiner Tauglichkeit evaluieren zu können, plädiert die Jury daher für die Durchführung einer abschließenden dritten Runde im WS 17/18.

Weitere Informationen über den „Seed Fund“ sind über die Forschungskommission des Fachbereichs (Vorsitz Prof. Dipl.-Ing. M. Arch. Anett-Maud Joppien) erhältlich.

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