Forschungsprojekt zur Mobilität der Zukunft

17.07.2017

Forschungsprojekt zur Mobilität der Zukunft

Das Land Hessen fördert LOEWE-Schwerpunkt „Infrastruktur – Design – Gesellschaft“ mit 3,6 Mio. Euro – Fachbereich Architektur beteiligt mit Teilprojekt Stadtgestaltung und Mobilität

Durch die Fördersumme von ca. 3,6 Millionen EUR können die beteiligten Hochschulen und Kooperationspartner in der Laufzeit von vier Jahren (1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2021) ein wichtiges Forschungsvorhaben umsetzen, das sich mit der zukünftigen Mobilität in Ballungsräumen, hier insbesondere der Rhein- Main-Region, beschäftigt.

Im Ballungsraum Rhein-Main werden Wirtschaft und Gesellschaft wesentlich von Prozessen und Systemen der Mobilität bestimmt. Faktoren wie Klimawandel und Ressourcenverknappung erhöhen die Dringlichkeit, mit der weltweit nach neuen Lösungen für Mobilität in urbanen Zentren geforscht wird. Der LOEWE-Schwerpunkt „Infrastruktur – Design – Gesellschaft“ hat sich das Ziel gesetzt, nachhaltige Gestaltungsansätze und Gestaltungsmethoden für Mobilitätssysteme zu entwickeln. Es sollen designorientierte Lösungsansätze entwickelt werden, die multimodales, also unterschiedliche Verkehrsträger nutzendes, umweltfreundliches Mobilitätsverhalten fördern sollen. Im Fokus stehen dabei umweltverträgliche Verkehrsmittel, nicht motorisierte (zu Fuß gehen, Fahrrad fahren) und öffentliche (ÖPNV), aber auch Sharing-Angebote.

Das Forschungsprojekt wird angeführt durch die Hochschule für Gestaltung Offenbach unter der Beteiligung der Technischen Universität Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt sowie der Frankfurt University of Applied Science.

In der Zusammenarbeit von raumanalysierenden und -gestaltenden Disziplinen (Produkt- und Informationsdesign, Verkehrsplanung, Städtebau und Stadtentwicklung) werden wissenschaftliche und gestalterische Forschung verbunden, um neue Darstellungsformen und Kommunikationsräume (beispielsweise durch die Integration von Echtzeitdaten) zu entwickeln. Außerdem sollen regionale Akteur_innen wie z. B. der Rhein Main-Verkehrsverbund (RMV), das „House of Logistics und Mobility“ und Nutzer_innen eingebunden werden, um Potenziale, Perspektiven, aber auch Probleme der Entwicklung von Verkehrsinfrastrukturen zu thematisieren. Der Forschungsschwerpunkt fokussiert die Mobilität des Einzelnen im Verhältnis zum Verkehrssystem und dessen Infrastruktur (Mobilitätsstrukturen) und stellt die Frage nach den potentiellen Aufgaben und den spezifischen als auch effizienten Methoden des Designs im Zusammenhang mit Mobilität.

Vom Fachbereich Architektur sind neben den Professor_innen Martin Knöll und Annette Rudolph-Cleff, die wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen Marianne Halblaub Miranda, Frederik Helms und Joachim Schulze von der Forschungsgruppe Urban Health Games und dem Fachgebiet Entwerfen und Stadtentwicklung beteiligt.

Das Teilprojekt „Stadtgestaltung und Mobilität“ unter der Leitung von Jun.-Prof. Dr.-Ing. Martin Knöll setzt sich zum Ziel, wichtige Bausteine der nachhaltigen Stadt- und Verkehrsentwicklung zur Förderung von multimodaler, umweltfreundlicher Mobilität aufzuzeigen und prototypisch anhand von ausgesuchten Mobilitätsräumen zu entwickeln. Hierbei sollen etablierte Methoden der städtebaulichen Analyse zum ersten Mal durch neue Methoden der Analyse individueller Stadtwahrnehmung und psychophysiologischer Effekte wie Puls und Eyetracking erweitert werden. Erwartete Ergebnisse sind integrierte Konzepte und konkrete Maßnahmen der Stadtgestaltung zur individuellen Adressierung von Nutzergruppen, Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Zugänglichkeit in Mobilitätsräumen, sowie der Beteiligung der Menschen an Planungsprozessen.

Das LOEWE-Programm

Die Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz – kurz: LOEWE – ist der Titel des Forschungsförderungsprogramms, mit dem das Land Hessen seit 2008 wissenschaftspolitische Impulse setzen und damit die hessische Forschungslandschaft nachhaltig stärken will. 

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