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Jacob Wilhelm Mengler Preis 2008: „WellPappWelle“

Das Gewinner-Team
Ana Filipa Barros, Philipp Becker, Philipp Beloubassis, Dieter Blohme, Thomas Dellmann, Cora Diehr, Marc Eckstein, Katharina Fey, Jolanta Greschak, Joao Guimaraes, Uli Haupt, Olivia Haym, Stefanie Joachim, Constanze Joppen, Burcu Karahan, Isabelle von Keitz, Philipp Knierim, Anne Koball, Fabian Luttropp, Christos Niras, Zia Popal

WellpappWelle – experimenteller Messestand

Der Messestand WellPappWelle repräsentiert den FachbereichArchitektur der TU Darmstadt. Materialinnovation, digitale Planung und kundenindividuelleCNC Fertigung sind die relevanten Parameter.

Wellpappe als kostengünstiges, rezyklierbares Material ist konzeptbestimmend. Der innovative räumliche Einsatz überrascht und entwickelt einen eigenen optischen Reiz.Der Messestand integriert innerhalb seiner Topographie die Funktionen Kommunikation, Sitzen und Ausstellung. Ein Set von Regeln definiert die unterschiedliche Ausbildung der Form.Mittels parametrischer 3d Software wird der Messestand computergestützt modelliert. Die digitalen Daten gehen nahtlos in die Produktion. Die 324 unterschiedlichen Bauelemente werden durch CNC-Wasserstrahltechnologie hergestellt. Die Fügung der Segmente erfolgt durch lineare Verspannung.

Die Begründung der Jury
Das Projekt „Wellpappwelle“ greift die Tradition der „Design-Bild“-Projekte an amerikanischen Universitäten auf und zeigt eine beispielhafte fachgebietsübergreifende Teamarbeit von zwanzig Studierenden. Ausgehend von einem zweistufigen studentischen Wettbewerbs-verfahren wurden in einem Team in der Workshopphase am Ende des Projektes die anwendungsorientierten Fragen nach Detail-, Termin-, Kosten- und Produktionsplanung sowie Fragen der Logistik behandelt. Begleitet wurde dieser Entwurfsprozess durch eine digitale Prozesskette, die den Weg von der Planung bis hin zur Fertigung über die CNC-Fräse in der hauseigenen Werkstatt begleitet hat. Der Messestand diente als Informationsplattform auf der Schülerinformationsmesse Hobit 08 und hat in der Folge den Fachbereich 15 auch im Rahmen des Darmstädter Architektursommers repräsentiert. Die Jury hat sich für diese Arbeit entschieden, da sie ein ungewöhnliches Beispiel für eine anwendungsorientierten Projektarbeit ist und darüber hinaus ein positives Beispiel für gelungene Teamarbeit ist.

Das Projekt

Der Stand aus Wellpappe wurde im Rahmen eines studentischen Entwurfswettbewerbs aus einer Vielzahl von Ideen entwickelt und von einer Gastjury prämiert. Die Teilnehmer dieses Projektes hatten durch eine Rea-lisierung im Maßstab 1:1 die Gelegenheit sich mit Faktoren auseinanderzu-setzen, die für Bauvorhaben entscheidend sind: Zeitplanung, Kosten, Baulogistik und Kooperation mit der Industrie und Handwerksunternehmen, außerdem Ergonomie, Materialtechnologie und Fertigungstoleranzen.

Die Sitzlandschaft aus aneinander gefügten Pappschichten bietet einen besonderen Blickfang und wirkt als Informationsträger für die Inhalte des Fachbereichs. Mit Hilfe einer Wellenform werden vielfältige Nutzungszonen ermöglicht: Stehen an einer Theke, Sitzen in verschiedenen Haltungen, Ausstellen von Architekturmodellen und Display von Büchern. Für die Umsetzung wurde das regelbasierte Objekt 3D modelliert und durch Segmentierung in digitale 2D Datensätze überführt, die die direkte CNC Fertigung der 324 verschiedenen Teile im Wasserstrahlschneideverfahren ermöglichte. Wellpappe wurde als umweltfreundliches und recyclingfähig Material gewählt, das sich gegenüber anderen Baustoffen als besonders kosten- und gewichtseffizient herausgestellt hat.

Ziel des Projekts war es, die Studierenden schon während ihres ArchitekturStudiums mit den Anforderungen und Zwängen der Berufsrealität vertraut zu machen. Das Studenten-Team musste sich mit Themen wie Materialtechnologie, Industriekooperationen, Kostenermittlung, Logistikplanung, Termindruck, Sponsorensuche und Teamarbeit auseinandersetzen.Die WellpappWelle soll den Fachbereich Architektur auf Messen wie der HIT und hobit in Darmstadt, der Baumesse und expo real in München, CeBIT in Hannover sowie auf der Möbelmesse in Köln repräsentieren. In zukünftigen Realisierungen werden die bisherige interdisziplinäre Arbeits-weise und weitere Kooperationen mit der Industrie ausgebaut.

„Für alle Beteiligten war dieses „design-build"- Projekt eine spannende und intensive Erfahrung“, so die Wissenschaftliche Mitarbeiterin Heike Matcha vom Fachgebiet Entwerfen und Gebäudetechnologie.

Mit der erfolgreichen Fertigstellung des Messestandes in nur acht Wochen hat das Team der Studierenden Außerordentliches geleistet.

Weitere Informationen:
www.expo15.de
Eigene Seite des Projektes
www.tu-darmstadt.de
Veröffentlichung in der Zeitung der TUD, hoch3 02/2008
www.mediafabrica.de unter: „Audio/Video“
Film der Realisierung

Fotografie
Thomas Ott, www.o2t.de(nicht das Gruppenphoto)

Konzept und Realisierung
TU Darmstadt, Fachbereich Architektur
Dipl. Ing. Arch. Heike MatchaFachgebiet Entwerfen und Gebäudetechnologie
Dipl. Ing. Arch. Rüdiger KarzelFachgebiet Entwerfen und Industrielle Methoden der Hochbaukonstruktion

Plakat WellPappWelle

Mitwirkende WellPappWelle