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Jacob Wilhelm Mengler Preis 2008: „Home sweet home“

Die Preisträgerinnen
Olivia Haym und Constanze Joppen

Die Begründung der Jury
Mit spielerischem Ansatz und dem Ziel, dass man sich in dieser Strasse zu Hause fühlen kann, nähert sich dieser Entwurf der Langasse. Die Strasse soll weiter belebt und benutzt werden, nur kleine Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und der Gestaltung im Strassen- und Freiraum werden eingesetzt. Dagegen fällt der Blick auf bestehende Nutzungen und Nutzergruppen, die es zu stärken und intensivieren gilt. Mit einem Modell, das die Langgasse als große Wohnung einer Wohngemeinschaft interpretiert, werden Orte und Themen gefunden: Von der Terrasse am Rathaus und der Inszenierung des Eingangs in die Langgasse, über die „Bar“ am Eiscafé mit Schaukelhockern und einer Blitzanlage zur Geschwindigkeitskontrolle und zur allgemeinen Erheiterung durch Schadenfreude, vom Kirchhof als „Wohnzimmer“ mit Sitzelementen einer Kommunikationswand und „Hobbyraum“ mit Skatepool in den leer stehenden Einzelhandelsflächen des Wohn- und Gewerbeblocks bis zum Kommunikationspunkt an der Brüstung zum Wasserlauf.

Dieser spielerische Ansatz gewinnt gerade dadurch, dass er nicht als oberflächliche Analogie oder gar ironisch gemeint ist , sondern dass sehr sorgfältig und differenziert die einzelnen Orte und ihre Elemente ausgearbeitet wurden. Details wie die durchgängig gestalteten Stadtmöbel bis hin zur Tribune über den Müllcontainern belegen die große Ernsthaftigkeit dieser Arbeit. Und fast nebenbei ergeben sich mit beleuchteten Fußmatten und Farbahnmarkierungen ein feinsinnig gesponnenes Netz aus hinweisen darauf, dass die Langgasse ein besonderer Ort im städtischen Gefüge ist.