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Jacob Wilhelm Mengler Preis 2009 / Lobende Erwähnung: „Kreativpo(o)l“

Preisträger
Sebastian Bausch und Christian Stumpf

Die Verfasser der Arbeit Kreativpo[o]l, Christian Stumpf und Sebastian Bausch beschäftigen sich in überzeugender Weise mit dem nachhaltigen Umbau eines Industriequartiers im Frankfurter Osten. Die anspruchsvolle Aufgabe bestand in der Entwicklung eines langfristigen Entwicklungsrahmens (2020 plus) in Verbindung mit der dafür relevanten Prozessgestaltung.


Eine besondere Qualität der Arbeit liegt in der Konzeption und Durcharbeitung einer detailierten, prozesshaften Vorgehensweise und einer gründlichen Zielgruppenanalyse. Die Verfasser gehen die anspruchsvolle Aufgabe dabei gleichermaßen spielerisch und systematischan. So werden die räumlichen Potenziale (Leerstände, Freiräume) beispielsweise in ein Quartettspiel übertragen. Die unterschiedlichen Akteure des Verfahrens werden benannt undmiteinander in Beziehung gesetzt. Dazu gehören zum Beispiel der „Kreativpool“ (Stadtplanungsamt, Wirtschaftsinitiative, „eastside“ Frankfurt, Ortsbeirat Fechenheim) oder die Polarstation (Mediator) sowie weitere Beteiligte. Zur Erläuterung des Beziehungsgeflechts wurde im Rahmen der Präsentation ein Rollenspiel aufgeführt.

Der Rahmenplan (2020 plus) versucht kreative Freiräume in Form von öffentlichen „Zwischenräumen“ zu schaffen. Diese entstehen durch die Anordnung von „Schollen“, die als Inseln hoher Dichte angeordnet werden. Die Zwischenräume haben darüber hinaus die Funktion einer Lückenschließung im Frankfurter Grüngürtelnetz. Eine nachhaltige Energieversorgung wird durch „Wärmelinien“ im Rahmenplan thematisiert. Deren Gestaltung ist dabei mehr im übertragenen Sinne als konkret zu verstehen. Die einzelnen Schollen setzen sich aus geschlossenen Baukörpern und solchen mit Lichthof zusammen und bieten dadurch Raum für unterschiedliche Nutzungen.

Die Arbeit von Christian Stumpf und Sebastian Bausch besitzt vor allem durch die qualitätvolle, detaillierte Auseinandersetzung mit dem Umsetzungsprozess eines Rahmenplans den geforderten hohen Praxisbezug.

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