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Jacob Wilhelm Mengler Preis 2008 / Lobende Erwähnung: „Living wireless“

Die Preisträgerin
Heide Rink

Die Begründung der Jury
Mit einer ungewöhnlichen Wohnungstypologie wird in diesem Entwurf eine Blockrandstruktur an einem Standort in Frankfurt geschlossen. Zwei Treppen- kerne mit einer Doppelhelix-Treppe und Aufzugs- kern ermöglichen eine ungewöhnliche Erschließung für einen Vierspänner. Im EG werden gewerbliche Nutzung und eine Durchwegung der Innenhöfe angeboten, im OG liegen Wohnungen unterschiedlicher Wohnungsgrößen mit schaltbaren Räumen. Das fließende Metron der Versorgungs- kerne bestimmt die Rhythmik von Nebenräumen und Durchwegung. Auf einfache Art und Weise können Wohnungen gekoppelt und erweitert werden. Ein differenziertes Angebot geschützter Freiräume ergänzt die Wohnungen. Die Arbeit überzeugt durch ihre einfache, klare architektonische Sprache.

Heide Rink über ihr Projekt
der entwurf sieht die möglichkeit der durchwegung des grundstückes vor.
um dies zu gewährleisten wird im erdgeschoss ein durchgang zwischen neubau und bestehendem gebäude gelassen. durch einen schmalen gang gelangt man in den innenhof. von diesem sind auch die beiden treppenhäuser zu erreichen.

zwei treppenkerne mit jeweils einem aufzug und einer doppelhelix-treppe machen grundsätzlich eine vier-spänner-erschliessung an jedem treppenhaus möglich. durch einen weiteren schmalen gang gelangt man auf der anderen seite aus dem innenhof hinaus und ist nun „hinter der schönen aussicht“.

die wegeführung durch grundstück und gebäude lässt öffentliche und private zonen entstehen und macht somit wohnen auch im erdgeschoss möglich. cafè, büro und buchladen sind die vorgesehenen öffentlichen nutzungen.die oberen geschosse sind in der regel mit wohnnutzung belegt.der entwurf folgt dem prinzip einer hintereinanderschaltung von versorgungskernen in ‚festgelegter‘ reihenfolge.im zusammenspiel von trennelementen in form von schrank-schreibtisch-modulen und wandscheiben entstehen einzelne räume und durchgänge. unterschiedliche wohnungsgrößen werden durch zu- und wegschalten von räumen möglich.

jede wohneinheit verfügt neben einem koch- und einem bad-kern über einen gemeinschafts- und einen freibereich und mindestens einen individualbereich. ihre positionen sind von der lage der freiflächen, die von geschoss zu geschoss verspringen, und dem inhalt der kerne abhängig. sie bedingen auch mögliche schaltungen von räumen zu wohneinheiten. durch den rhythmus von gemeinschafts- und freibereichen sowie der schaltbaren räume ergeben sich unterschiedliche wohnkonstellationen.