Atelier aus Fundmaterialien (2005)

Atelier aus Fundmaterialien (2005)

Im Rahmen eines freien Entwurfs am Fachgebiet für Entwerfen und Energieeffizientes Bauen wurde zwischen April 2005 und April 2006 ein experimentelles Gebäude aus Fundmaterialien errichtet.

Fachgebiet Entwerfen und Energieffizientes Bauen, Prof. Dipl.-Ing. Manfred Hegger, Dipl.-Ing. Matthias Fuchs, cand. arch. Andreas Hachulla, cand. arch. Klaus Köberer

Fundmaterialien
Fundmaterialien

Zielsetzung war die Bearbeitung eines Entwurfs von der Konzeption bis zur tatsächlichen Ausführung. So wird der Architekturstudent gleichzeitig zum Entwerfer, Auftraggeber und Handwerker und gewinnt einen tieferen Einblick in den Entstehungsprozess eines Hauses. Nicht zuletzt sollte durch die Verwendung von Restmaterialien versucht werden, ein Gebäude mit dem geringstmöglichen finanziellen Aufwand zu errichten.

Auslöser und Grundlage für dieses Projekt war der Umgang mit den allgegenwärtigen Abbruchmaterialien, Abfall aus der Bauindustrie und Sperrmüll. Diese scheinbar nicht mehr verwendbaren Restmaterialien, die im Regelfall auf Deponien und in Müllverbrennungsanlagen enden, galt es zu entdecken und auf ihre Qualitäten zu untersuchen.

Der zur Ausführung gekommene Entwurf, ein Würfel mit vier Metern Kantenlänge, wurde bestimmt durch eine Vielzahl äußerer Zwänge. So war es auf dem Exfeld nur möglich, ein temporäres und entsprechend leichtes Gebäude zu errichten, die Materialeigenschaften der vorgefundenen, wiederverwendeten Materialien waren nicht bekannt und letztlich musste das Projekt von zwei Studenten mit einfachstem Werkzeug realisierbar sein.
Diese Zwänge mussten durch den Entwurf zu Potentialen umgedeutet werden.Auf diesem engen Raum wurde versucht, eine starke architektonische Räumlichkeit zu schaffen, welche die Natur als Außenraum mit einbezieht. Eine vielschichtige Schale, die Zugang, Belichtung und Möblierung auf verschiedenen Ebenen enthält, umschließt einen leeren, weißen Raum. Diese Schale enthält nicht nur Konstruktion und Aussteifung sondern lässt den Raum durch plastische Verschachtelung, Lichtführung und Materialoberflächen größer erscheinen.

Er dient als Arbeitsraum und temporärer Wohnraum.

Aus der Verbindung zufälliger Materialfunde und der bewussten Planung anhand dieser Funde entstand eine Konstruktion, welche die vorgefundenen Materialien entsprechend ihrer Eigenschaften einsetzt und kombiniert.
Bei der Auswahl der Materialien konnte nicht ausschließlich nach dem zufälligen Fundprinzip vorgegangen werden. So war es immer wieder notwendig, entsprechend dem Entwurf eine Vorauswahl zu treffen und später den Entwurf gemäß des vorgefundenen Materials anzupassen. Oft stellten die Eigenschaften der Materialien sich erst bei ihrer Verwendung heraus. So konnten vor allem die Wechselwirkungen zwischen Entwurf und Ausführung untersucht werden.

Entwurf und Material bedingen sich also unmittelbar.