Experimentierfeld

Was ist das Experimentierfeld?

Bereits seit Anfang der 90er Jahre wurde am Fachbereich Architektur verschiedentlich die Einrichtung eines Ortes gefordert, an dem die Studierenden die Möglichkeiten erhalten sollten, neben der üblichen theoretischen Auseinandersetzung mit Architektur auch handfeste, praktische Erfahrungen bei der Umsetzung von kleineren Projekten zu sammeln.

Pavillon aus Naturseilen (1998)
Pavillon aus Naturseilen (1998)

Die schließlich erfolgte Einrichtung eines solchen „Experimentierfeldes“ geht auf das Jahr 1995 zurück, wobei die Gründe hierfür anfangs noch recht profaner Natur waren:
Um der Räumung ihrer, in der Nähe des Lichtwiesen-Campus gelegenen Bauwagensiedlung zuvorzukommen, hatten die dort ansässigen Architekturstudentinnen und -studenten kurzerhand ein Projekt „Experimentelles Wohnen“ aus der Taufe gehoben. Auf städtischem Grund und Boden wurde daraufhin sogleich mit der Errichtung von 14 Gebäuden begonnen.Gemeinsam mit den Verantwortlichen der Hochschulverwaltung, den Baubehörden und den Professoren des Fachbereichs wurde daraufhin fieberhaft nach einem anderen Standort für das Projekt und darüber hinaus nach einer Lösung gesucht, die das Experimentierfeld auf eine legale Basis stellen würden.

Minimalräume zum Bauen (1999)
Minimalräume zum Bauen (1999)

Das im Juli 1995 anvisierte Ziel der Studierenden war es dabei, „Studenten die Möglichkeit zu geben, sich konkret mit unkonventionellen Räumen und Raumbeziehungen auseinanderzusetzen, diese zu erfahren, um den von der Hochschule angebotenen, theoretischen Lehrrahmen praktisch zu erweitern.“ Im November desselben Jahres konnte die studentische Initiative nach zähen Verhandlungen die Übergabe der Baugenehmigung für das „studentische Experimentierfeld“ bejubeln. Nun wurde ein neues, rund 7000 m² großes Gelände bezogen, das sich westlich des Fachbereichsgebäudes befindet.

Atelier aus Fundmaterialien (2005)
Atelier aus Fundmaterialien (2005)

Hier wurden gut 2100 m² als Baufenster ausgewiesen, wobei eine maximale Bebauungshöhe von 12 m vorgesehen war. Zwar wurden noch im gleichen Winter einige Holzbauten durch die Gründungsinitiative errichtet, ein Abflauen des Interesses der Studentenschaft an selbstorganisierten Projekten war jedoch auch schon zu diesem frühen Zeitpunkt nicht mehr zu übersehen.
So sprangen nach und nach einige Professoren in die Bresche und entwickelten dort, gemeinsam mit Studierenden, einige Projekte, von denen zwei Beispiele im Folgenden kurz vorgestellt werden sollen.