Digitale Wissensmodelle

Digitale Wissensmodelle

Digitale Wissensmodelle in der Digitalen Baukultur – Bedeutung und Potentiale digitaler dreidimensionaler Computermodelle und AR/VR-Technologien für die Erforschung und Vermittlung von Baukultur und praktischen Implementierung im Bauwesen.

Habilitation

Digitale Wissensmodelle sind computergestützte Modelle von Gebäuden, baulichen Strukturen oder Bauelementen, in denen das objektbezogene Wissen gesammelt, fusioniert und visualisiert wird und welche somit Spiegel der bisherigen und Gegenstand zukünftigen Forschung werden; als solche sind sie ein innovatives und zukunftsfähiges Werkzeug bei der Erforschung, Vermittlung und Bewahrung der Baukultur und der praktischen Implementation im Bauwesen. Das Habilitationsvorhaben „Digitale Wissensmodell“ versteht die dreidimensionalen computergestützten virtuellen Modelle im Kontext der Baukultur als eigenständige Typologie, die selbst in den Fokus einer Erforschung gestellt wird, um die notwendige Grundlagearbeit in diesem Bereich zu leisten, ganz im Sinne der „Digital Humanities“.

Digitale Wissensmodelle
Digitale Wissensmodelle

Der Raum in seiner ganzen Komplexität bildet das zentrale Thema in der Baukultur und dem Bauwesen. Das Zusammenspiel der raumbildenden Elemente, ihre Raumwirkung und die Raumwahrnehmung selbst sind aber erst in ihrer realitätsnahen Dreidimensionalität erfahrbar und zu verstehen. Die Dreidimensionalität war daher in der Darstellung Präsentation von Baukultur schon immer präsent. Mit dem Paradigmenwechsel in der Informations- und Kommunikationstechnologie haben seit mehr als 25 Jahren computergestützte Werkzeuge für die Vermittlung und Präsentation von Architektur und Raum Einzug gehalten. Im historischen Kontext wurden digitale dreidimensionale Modell zur Wissensvermittlung vor allem im musealen Kontext eingesetzt, im aktuellen Bezug zur Präsentation von Entwürfen beispielsweise bei Wettbewerben. Heute ist diese Darstellungs- und Vermittlungsform in diesen beiden Bereichen etabliert. Neben den Potentialen der Wissensvermittlung verfügen die dreidimensionalen Modelle und die damit verbundene Virtualität, aktuell repräsentiert durch die AR-/VR-Technologien über bisher nicht eindeutig definierte und genutzte Potentiale für die Forschung und Bewahrung im Bereich der Baukultur und der interdisziplinären Zusammenarbeit im Bauwesen.

Aktuelle Forschungsanwendungen, die digitale dreidimensionale Modelle als Werkzeug der Forschung verstehen, sind meist nur projekt- oder technikbezogen, die das immanente Potential dieser Modelle nicht völlig ausschöpfen, auch weil verbindliche Standards und Regelwerke hierfür fehlen. Des Weiteren sind die Einzeldisziplinen der Baukultur nicht ausreichend miteinander vernetzt, bestehende und mögliche Synergieeffekte werden so nicht hergestellt und gestärkt.

Das Habilitationsvorhaben „Digitale Wissensmodell“ versteht daher die dreidimensionalen computergestützten virtuellen Modelle im Kontext der Baukultur als eigenständige Typologie, die selbst in den Fokus einer Erforschung gestellt werden muss. Mittels einer generalistisch-theoretischen Betrachtungsweise werden die aktuelle Verwendung und Bedarfe der beteiligten Disziplinen im Spannungsfeld Architektur, Archäologie, Kunst- und Baugeschichte und dem praktischen Tätigkeitsfeld von Architekten untersucht und systematisiert, Synergieeffekte und die zukünftig nutzbaren Potentiale zielführend identifiziert.

Des Weiteren wird die Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit solcher digitalen dreidimensionale Modelle als visionäre Form eines virtuellen Wissenschafts-, Vermittlungs- und Arbeitsprozesses kritisch hinterfragt. Vor allem die Virtualität in ihren verschiedenen Ausgabeformen als zukünftiger Forschungs-, Lehr- und Arbeitsraum wird in den Fokus gestellt und kritisch hinterfragt. Querbezüge zwischen den disziplinabhängigen Anforderungsprofilen, vorhandenen Techniken und Methodologien werden hergestellt.

Ziel ist es, die dreidimensionalen digitalen Modelle und den virtuelle Raum aus der aktuellen Verwendung in eine zukünftige Forschungs- und Vermittlungsmethodik zu transformieren.

Das Habilitationsvorhaben greift die aktuelle Diskussion im Bereich des Bauwesens und die damit verbundene Verankerung eines neuen Wissenschaftsbereiches in der zukünftigen Forschungslandschaft, z.B. in den Digital Humanities, auf. Die hierzu notwendige Grundlagenarbeit hinsichtlich der methodischen und strategischen Fragestellungen wird im Rahmen des Vorhabens mitgetragen.