OUT NOW – Der neue Generalist
Generalist 1.2009 stellt „Plan haben“ in den Mittelpunkt der Ausgabe.
Ein wesentlicher Bestandteil der Tätigkeiten des Architekten ist das Planen – es findet seinen Ausdruck im Plan. Von Raumordnungsplänen über Masterpläne bis hin zu Details reichen die unterschiedlichen Maßstabsebenen. Darüber hinaus werden aber auch abstrakte Zusammenhänge wie etwa der zeitliche Ablauf eines Bauprozesses in Plänen visualisiert. Planen ist in der Architektur auf allen Ebenen notwendig und wird meistens von Visualisierungstechniken unterstützt. Im Gegensatz zum Entwerfen auf dem weißen Blatt liegt dem Planen bereits ein Bild, eine Vision, eine Idee oder ein Entwurf zugrunde.
Die Negation des Planens ist nicht ganz scharf zu fassen. Spontanität und Improvisation kommen ohne Merkmale planvollen Handelns aus. Werden sie aber absichtlich eingesetzt, so ist zumindest die Nicht- Vorhersagbarkeit geplant. Ganz ohne Planung kommt also gleichsam nur die intuitiv gelebte Gegenwart aus – paradox aufgefasst beinhaltet die Tätigkeit des Planens selbst schon unvorhersagbare bzw. unplanbare Momente.
Die Beschäftigung mit dem Thema Planung birgt die Gefahr, schwerpunktmäßig Inhalte von Planungstheorie und -methodik im Bereich der Stadt- und Raumplanung abzubilden. GENERALIST möchte das Thema anders begreifen. Die Selbstbeobachtung im Planungsprozess gestaltender Arbeit im Allgemeinen vermag Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen unterschiedlichen Gestaltungsdisziplinen und Maßstäben zu verdeutlichen. Beispiele für Wechselwirkungen zwischen Plan und Werk unterstützen Thesen und Erkenntnisse in diesem Themenfeld, distanzierte Betrachtungen der beobachtenden Wissenschaften liefern erfrischende Zugänge zur eigentlichen Arbeit am Plan – so unsere Hoffnung. Eine maximale Bandbreite an Zugängen zum Thema aus ganz unterschiedlichen Perspektiven ist das Ziel dieses call- for-papers.
Das Magazin enthält Beiträge von:
„Who plans for whom – the planning background of four Parisian housing projects“ von Eric Firley
„Planning the stories that buildings can write – game theory, fiction, architecture“ von Geo Reisinger
„Opening the closed area“ von Joshua Bolchover
„Pocket placement line – methodically tightening the rules in the collective process“ von Dagmar Jäger
„The plan as a visual medium“ von Michael Hirschbirchler
„Acting without a plan – an alternative understanding of planning as allowing existing potential to unfold, or: planning as gardening“ von Günther Barczik
„Punch list – if it again turns out to be different than planned…“ von Majken Rehder und Borries Schwesinger
ausserdem ein Interview mit Christopher Dell über Improvisationstechnologie, die 10 populärsten Pläne und die Bildstrecke „Particle Accelerator“ von Michael Hudler
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