Aspekte zur Geschichte des Fachbereichs

Statistiken

Die Student*innenzahlen am Fachbereich Architektur

Abbildung 1.1 Statistik der Student*innenzahlen
Abbildung 1.1 Statistik der Student*innenzahlen

Wie man dem Diagramm mit der Statistik der Student*innenzahlen entnehmen kann, das anhand der in den jährlichen Vorlesungsverzeichnissen der TH/TU Darmstadt veröffentlichten Daten erstellt wurde, wuchs die Anzahl der Studierenden seit der Eröffnung der Hochschule stetig an. Deutlich ersichtlich ist, dass Frauen zu Beginn noch nicht zum Studium gelassen waren. Erst ab 1896 durften sich die ersten Frauen an den deutschen Universitäten immatrikulieren, in Darmstadt sogar erst ab dem Jahr 1908. Die erste immatrikulierte weibliche Studentin an der TH Darmstadt war Franziska Braun und sie hatte sich für Architektur eingeschrieben. In der ersten Zeit blieb es bei einer relativ geringen Anzahl an Studentinnen, auch mit der Einführung des aktiven und passiven Wahlrechts für Frauen nach dem Ersten Weltkrieg stiegen die Zahlen bei den Studentinnen nicht wirklich weiter an. 1910 waren es zum Beispiel zwei Studentinnen neben 265 Studenten und 1919 nur elf Studentinnen auf 197 Studenten. Erst mit der Zweiten Welle der Frauenbewegung und den damit verbundenen Demonstrationen in den 1960er Jahren kam es in Darmstadt zu einem deutlichen Anstieg an weiblichen Studierenden am Fachbereich Architektur. Deren Anzahl erhöhte sich in den folgenden Jahren kontinuierlich bis es im Wintersemester 2004/05 dazu kam, dass erstmals mehr Studentinnen als Studenten an unserem Fachbereich immatrikuliert waren – ein Zustand, der so auch heute noch existiert.

Die Mitarbeiter*innenzahlen am Fachbereich Architektur

Abbildung 1.2 Statistik der Mitarbeiter*innenzahlen
Abbildung 1.2 Statistik der Mitarbeiter*innenzahlen

Unter den Mitarbeitenden an der TH Darmstadt im Fachbereich Architektur gab es zu Beginn kaum weibliches Personal. Eine der ersten weiblichen Assistentinnen an der Hochschule überhaupt war 1922 die in der Abteilung Architektur angestellte Kunsthistorikerin Dr. Ottilie Rady bei Professor Paul Hartmann. Auch in den folgenden Jahrzehnten gab es – wenn überhaupt – immer nur eine weibliche Assistentin, hier wäre Ottilie Schneider zu nennen, die an der TH Architektur studiert hatte und ab 1941 mit Unterbrechungen bis 1954 arbeitete. Erst mit der zweiten Frauenbewegung und den Demonstrationen in den 1960er Jahren kam es zu einem allmählichen Anstieg an Mitarbeiterinnen, 1962 waren zwei Stellen mit weiblichen Assistentinnen besetzt. Während der Frauenanteil bei den Mitarbeiter:innen an der TH Darmstadt, heute TU Darmstadt, weiterhin zu gering ist, ist die Situation am Fachbereich Architektur 2023 annähernd ausgeglichen.

Die Professor*innenzahlen am Fachbereich Architektur

Abbildung 1.3 Statistik der Professor*innenzahlen
Abbildung 1.3 Statistik der Professor*innenzahlen

Betrachtet man die Anzahl der Professuren wird ebenfalls deutlich, dass erst sehr spät weibliche professorale Lehrkräfte berufen wurden. Dennoch ist zu konstatieren, dass die erste weibliche Professur an der TH Darmstadt in der Abteilung Architektur vergeben wurde: Von 1934 bis 1937 lehrte Prof. Dr. Ottilie Rady das Fach Kunstgeschichte für Architekturstudierende. Sie war allerdings nur eine außerordentliche Professorin, d.h. sie hatte zwar den Titel, die Rechte und Pflichten einer Professorin, ihr Gehalt entsprach aber dem einer Assistentin. Betrachtet man die Statistik im Weiteren kann man erkennen, dass es bis ca. 2005 gedauert hat, bis ein wirklicher Anstieg bei den Professorinnen zu verzeichnen ist. Dieser Anstieg fällt interessanter Weise genau in den Zeitraum, in dem auch zum ersten Mal in der Geschichte des Fachbereichs Architektur mehr Studentinnen als Studenten eingeschrieben waren. 2017 kam es dann erstmals dazu, dass gleich viele männliche wie weibliche Professuren lehrten, 2024 ist diese Entwicklung leicht rückläufig derzeit haben wir am Fachbereich neun weiblich und elf männlich besetzte Professuren.

Geschlechterverteilung Fachbereich Architektur im Vergleich zu anderen Fachbereichen

Betrachtet man das aktuelle Genderverhältnis unter den Studierenden am Fachbereich Architektur so wird deutlich, dass es recht ausgewogen bzw. mit 60% zu 40% sogar eher weiblich dominiert ist. Anders sieht es im Bereich der Mitarbeiter*innen und Professor*innen aus, hier sind die Zahlenverhältnisse noch nicht ganz ausgeglichen.

Abbildung 1.4 Pie Charts zu den Verhältnissen der Zahlen im Fachbereich 15
Abbildung 1.4 Pie Charts zu den Verhältnissen der Zahlen im Fachbereich 15
Abbildung 1.5 Pie Charts zu den Verhältnissen der Zahlen der Studierenden der Fachbereiche 15, 16, 07
Abbildung 1.5 Pie Charts zu den Verhältnissen der Zahlen der Studierenden der Fachbereiche 15, 16, 07

Im Vergleich mit anderen Fachbereichen an der TU Darmstadt, wie z.B. dem Maschinenbau oder der Chemie wird die Sonderstellung des Genderverhältnisses bei den Studierenden am Fachbereich Architektur aber noch einmal besonders deutlich. In dem eher männlich dominierten Fach Maschinenbau sind derzeit gerade mal 12% weibliche Studierende, demgegenüber wächst die Zahl der weiblichen Studierenden in der Chemie seit Jahren kontinuierlich an und liegt derzeit bei um die 44%.

Während der Gesamtprozentsatz der studierenden Frauen an der TU Darmstadt 2015 bei rund 29% lag, war der Prozentsatz der weiblichen Architekturstudierenden mit 55% doch fast doppelt so hoch. 2024 ist der Gesamtprozentsatz TU-weit auf 32,5% gestiegen, also ein Anstieg von knapp 3,4%, während am Fachbereich Architektur mit nun 60% Frauenanteil, ein Anstieg von 5% zu verzeichnen ist, so dass man hier nun sogar hier ein Mann/Frau-Verhältnis von 2:3 hat.

Veruschka Janouschkowetz

Von Bargen, Henning: „Von Welle zu Welle. Schlaglichter auf die Geschichte des Feminismus: Was hat sich in Deutschland verändert seit Beginn der ersten Frauenbewegung“. In: Heinrich-Böll-Stiftung. Online verfügbar unter: https://www.boell.de/de/2018/07/03/von-welle-zu-welle. Zuletzt abgerufen am 24.06.2024.

Zybell, Uta; Kümmel, Verena: Dokumentation der Ausstellung: „100 Jahre Studium von Frauen an der TU Darmstadt“, Darmstadt, 2008. (https://tuprints.ulb.tu-darmstadt.de/2004/2/DokumentationStudentinnen.pdf (PDF-Datei) (wird in neuem Tab geöffnet))

Personal- und Vorlesungsverzeichnisse der TH/TU Darmstadt von 1896 bis heute

Abbildung 0 (Titelbild): „Collage“. Eigene Darstellung, erstellt von Anja Maria Rohde, 05.09.2024. In der Collage vorhanden: Abbildung 3.3, 3.4.

Abbildung 1.1 Statistik der Student:innenzahlen im Fach Architektur der TH/TU Darmstadt (Veruschka Janouschkowetz u. Chiara Kamps)

Abbildung 1.2 Statistik der Mitarbeiter;innenzahlen im Fach Architektur der TH/TU Darmstadt (Veruschka Janouschkowetz u. Chiara Kamps)

Abbildung 1.3 „Statistik der Professor:innenzahlen im Fach Architektur der TH/TU Darmstadt (V. Janouschkowetz u. C. Kamps)

Abbildung 1.4 „Pie Charts zu den Verhältnissen der Zahlen im Fachbereich 15“: erstellt von Veruschka Janouschkowetz und Chiara Kamps mit Numbers, 20.06.2024.

Abbildung 1.5 „Pie Charts zu den Verhältnissen der Zahlen der Studierenden der Fachbereiche 15, 16, 07“: erstellt von Veruschka Janouschkowetz und Chiara Kamps mit Numbers, 20.06.2024.