unbehaust – von Häusern und Städten

22.08.2016

unbehaust – von Häusern und Städten

Neue Ausstellung im Kunstforum der TU Darmstadt

„Bin ich der Flüchtling nicht? Der Unbehauste?“ Dieses Zitat aus Goethes „Faust I“ beschreibt ein Lebensgefühl, das im 20. Jahrhundert in der Literatur und der Philosophie einen wesentlichen Niederschlag findet. Gerade in der realen Welt manifestiert sich das Gefühl des „Unbehaust-Seins“ nicht zuletzt auch als Folge von Kriegszerstörung, Vertreibung und fundamentaler Verunsicherung über die Werte der abendländischen Kultur und Zivilisation.

In der globalisierten Welt des Kapitalismus gewinnt die metaphysische und existenzielle Unbehaustheit neue Aktualität. Anonyme und unwirtliche Großstädte, der Mangel an bezahlbarem Wohnraum, die steigende Obdachlosigkeit, das hochaktuelle Problem der Flüchtlinge fügen diesem Schlagwort von der Unbehaustheit des Menschen neue Aspekte hinzu. Angesichts des wachsenden Gefühls der „Heimatlosigkeit“ werden das Haus und die Stadt als reale Räume für die „Behaustheit“ des Menschen hinterfragt.

„unbehaust – von Häusern und Städten“ ist die Fortsetzung einer Themenreihe, die im vergangenen Jahr mit der Ausstellung „Heimat“ im Atelierhaus Darmstadt ihren Ausgang nahm. Das Projekt wird kuratiert vom Darmstädter Künstler Georg Schrabeck. Unterstützt wird er von Julia Reichelt, Kuratorin des Kunstforums der TU Darmstadt.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:
Winfried Baumann, Nürnberg / Renate Behla, Düsseldorf / Heinz Birg, München / Zygmunt Blazejewski, Darmstadt / Ute Döring, Darmstadt / Vera Fles-Schönegge, Darmstadt / Johanna Folkmann,  Wien / Hiltrud Gauf, Köln / Verena Guther,  Darmstadt / Stefan Hoenerloh, Berlin / Lukas Ilgner, Wien / Jaró, Darmstadt / Ki Youn Kim, Saarbrücken / Andrea Klinger, Darmstadt / Bernhard Meyer, Darmstadt / Florian Mehnert, Niederweiler / Brigitte Satori Constantinescu, Darmstadt / Georg Schrabeck, Darmstadt / Michaela Schrabeck, Darmstadt / Mira Schumann, Dortmund

 

Ausstellungseröffnung:
3. September, 18.00 Uhr:
Ausstellungshalle des Kunstforums der TU
Hochschulstr. 1, 2. OG
Begrüßung: Oberbürgermeister Jochen Partsch
Einführung: Julia Reichelt

19.30 Uhr:
Atelierhaus (Riedeselstr. 15)
Einführung: Dr. Roland Held

Ein Shuttle-Bus steht zur Verfügung.

Rahmenprogramm
In der Ausstellungshalle des Kunstforums der TU Darmstadt
Mittwoch, 14. September 2016, 18.00 Uhr:
Zeitzeugengespräch mit Leslie Schwartz „Überleben nach Auschwitz“

Dienstag, 20. September 2016, 18.00 Uhr:
Führung durch die Ausstellung mit Julia Reichelt, Kuratorin Kunstforum der TU Darmstadt;
18.30 Uhr: „Hinter den Fronten“  Christian Gropper gibt Einblick in seine aktuellen Dreharbeiten im irakischen Kurdistan

Im Atelierhaus Darmstadt
Sonntag, 18. September 2016, 17.00 Uhr:
Führung durch die Ausstellung mit Georg Schrabeck, Kurator;
18.00 Uhr: Lesung mit Anja Trieschmann „Ein Plätzchen mit Milchkaffee – Überlebenskunst auf Rädern“

Die Ausstellung ist vom 3. September bis 2. Oktober zu sehen.

Öffnungszeiten Kunstforum: Do–So, 13.00 bis 19.00 Uhr
Öffnungszeiten Atelierhaus Darmstadt: Do–So, 15.00 bis 19.00 Uhr

Weiterführende Informationen:
Das Kunstforum der TU Darmstadt

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