Ein Tor zur Mathildenhöhe

22.02.2019

Ein Tor zur Mathildenhöhe

Studierendenwettbewerb des BDA Darmstadt entschieden

Der BDA Darmstadt hat im Rahmen des hessenweit ausgelobten Studienpreises des BDA Hessen einen Ideenwettbewerb zur Formulierung eines westlichen Eingangs zum Gelände der Mathildenhöhe herausgegeben.

Der Wettbewerb richtete sich an die Studierenden beider Darmstädter Architekturfakultäten, der Technischen Universität Darmstadt sowie der Hochschule Darmstadt. Aufgabe war es, sich Gedanken zu einer Eingangsgeste für aus Richtung der Pützerstraße kommende Besucher zum Gelände des beantragten Weltkulturerbes zu machen. Unter Beteiligung der die Aufgabe formulierenden Professoren beider Hochschulen wurden die Arbeiten durch eine vom BDA Darmstadt eingesetzte Fachjury bewertet und jeweils mit zwei Preisen und zwei Anerkennungen ausgezeichnet. Eine Preisverleihung sowie eine öffentliche Ausstellung der Zeichnungen und Modelle aller eingereichten Arbeiten wird im März 2019 stattfinden – Ort und Zeitpunkt werden noch bekannt gegeben.

PREISE

• Lilli Altrichter (TU)
• Fabio Milz, Sven Steyer (gemeinsame Arbeit, hda)

Perspektive © Lilli Altrichter
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Perspektive © Lilli Altrichter

Lilli Altrichters Entwurf des Eingangstors greift mit seinen drei separaten Rundbögen die Formensprache des Fünffingerturms als Raumnegativ auf. Die drei Torbögen sind versetzt zueinander angeordnet, sodass durch deren visuelle Überschneidung weitere Durchgänge entstehen. Die Anordnung der drei Elemente spannt einen Raum auf, den die Besucher*innen durchschreiten, wenn sie das Tor passieren. Als Material hat Altrichter einen rot pigmentierten Sichtbeton gewählt, wodurch das Tor die zahlreichen Rottöne auf der Mathildenhöhe aufgreift. Der hohe Torbogen verfügt zudem über eine Gravur mit der Aufschrift Mathildenhöhe Darmstadt.

ANERKENNUNGEN

• Cora Wählt (TU)
• Hannah Strab, Luise Wallraff (gemeinsame Arbeit, hda)

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Cora Wählt verortet die Torsituation auf einem neuen Platz direkt hinter dem Neufert-Haus. Ein an ein Schild erinnerndes Tor soll andeuten, welche baukünstlichere Vielfalt die Besucher*innen in der Künstlerkolonie erwarten wird. Das Schild greift das Thema der Pergolen auf, verweist auf vorangegangene Torbauten, und überführt sie in eine Pavillonfigur. Verziert ist das Betongerüst mit metallenem Laub, das dem Blattwerk des Umfeldes eine handwerkliche Abstraktion entgegensetzt, zugleich aber auch auf die Olbrichbauten in Wien verweist. Der Geist der Künstlerkolonie rückt so bis in die Stadt hinunter und eröffnet den Weg nach oben mit einer Interpretation der Vergangenheit, des Ortes und der zukünftigen Nutzung.

Hintergrund
Der Bund Deutscher Architekten BDA im Lande Hessen e.V. lobt jährlich den BDA Studienpreis aus. Dieser Preis ist ein Förderpreis für den Architektennachwuchs und bietet jungen Studierenden die Möglichkeit, sich zu profilieren und zu positionieren. Der regional in den einzelnen Gruppen des BDA Hessen organisierte Studienpreis richtet sich an die jeweiligen Architekturfakultäten in Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt, Kassel und Mittelhessen. Mit der Auslobung dieses Studienpreises verweist der BDA auf die Verantwortung der Architektenausbildung als Grundlage für die künftige Qualität der gebauten Umwelt. Die kulturelle Bedeutung des Planen und Bauens soll bewusst gemacht werden.

Die in Hessen 2018 und 2019 ausgezeichneten Studierenden werden am 27. Februar 2019 im Rahmen des Symposiums „Es muss nicht immer Kaviar sein – Die Kultur des Einfachen“ im DAM vorgestellt.

Deutsches Architekturmuseum DAM, Auditorium
Schaumainkai 43
60596 Frankfurt am Main

Weiterführende Informationen:

> BDA-Zukunftskonferenz „kultur des Einfachen“
> Fachgebiet Entwerfen und Baukonstruktion

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