Scherben bringen Glück

13.01.2020

Scherben bringen Glück

Europan 15 geht nach Darmstadt

Ein Team des Fachgebiets Entwerfen und Freiraumplanung gewinnt den europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb „EUROPAN 15“ für das Bahnhofsareal im oberfränkischen Selb.

„Scherben bringen Glück“ von Roderich Eßmann, Margarita Vollmer und Robin Thomä entstand auf der Basis eines Entwurfs am Fachgebiet Entwerfen und Freiraumplanung (Prof. Dettmar) im Sommersemester 2019 in Zusammenarbeit mit Dr. Simon Gehrmann, Architekt und Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Entwerfen und Stadtentwicklung.

Gegenstand des EUROPAN-Wettbewerbs war eine Brache um den Bahnhof der Stadt Selb. Durch eine Revitalisierung dieser innerstädtischen Fläche und mit der Verbesserung der städtebaulichen Situation im direkten Bahnhofsumfeld sollte ein Beitrag zur Innenentwicklung geleistet werden.

Roderich Eßmann, Margarita Vollmer und Robin Thomä. Foto: Florian Lewalder
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Roderich Eßmann, Margarita Vollmer und Robin Thomä. Foto: Florian Lewalder

Der ausgezeichnete Wettbewerbsbeitrag sieht auf dem Bahnhofsareal ein neues Quartier vor, das sich in Struktur und Nutzungsvielfalt an die industriell und handwerkliche geprägte Vergangenheit der Porzellanstadt anlehnt. Dem über mehrere Generationen aufgebauten Wissen über die Produktion keramischer Erzeugnisse soll so ein Entwicklungsraum für Innovationen in den Bereichen Materialforschung, Produktdesign und Industriehandwerk geboten werden. Zwei grundlegende Elemente gestalten das neue Quartier zu einem einzigartigen Anziehungspunkt: Das „Produktive Herz“ wird mit neuen Arbeits- und Wohnformen zum Lebensmittelpunkt von Forscher*innen, Studierenden und Bewohner*innen der Stadt. Die „Promenade der Freundschaft“ bringt die Bewohner*innen in ihrer Grünraumstruktur zusammen und regt zum Austausch und Verweilen an. Beide Kernelemente des Entwurfs werden zum grenzübergreifenden Veranstaltungsort der Freundschaftswochen 2023 von Selb (DE) und Asch (CZ).

Die deutsch-polnische Jury lobte diesen konzeptionellen Ansatz. Neben der Herausstellung der Bedeutung von Porzellanfabrikation, die identitätsstiftend am Standort verankert wird, sind es laut Jury vor allem neue Allianzen der Akteure aus Wirtschaft, Handwerk, Hochschulen und Zivilgesellschaft, die kooperativ und glaubhaft an der Umsetzung der Aufgabe mitwirken sollen und so zum Gelingen der Revitalisierung beitragen können.

Die Preisverleihung fand am 13. Dezember 2019 in Berlin statt.

Europan
ist die größte europäische Wohn- und Städtebauwettbewerbs-Initiative für junge Architekt*innen und führt im Zwei-Jahres-Rhythmus den gleichnamigen Architektur- und Städtebauwettbewerb durch. Durch den Wettbewerb sollen Kenntnisse im Bereich des Wohnungs- und Städtebaus vertieft und der Ideenaustausch zwischen den Ländern Europas gefördert werden. Eine Realisierung des ausgezeichneten Projektes wird angestrebt, um so den jungen Architekt*innen zu helfen, ihre Ideen zu entwickeln und auf europäischer und internationaler Ebene bekannt zu machen.

Weiterführende Informationen

http://www.europan.de/

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