Fundus Holzbau

12.10.2020

Fundus Holzbau

Entwurf Fundus Lukaskirche, Zwickau-Planitz – am Fachgebiet Entwerfen und Industrielle Methoden der Hochbaukonstruktion

Holz als nachwachsender, innovativer Baustoff erlebt in den letzten Jahren eine neue Blütezeit. Das Seminar setzte sich, in einem theoretischen Analyseteil, im ersten Teil intensiv mit realisierten, kleineren Holzbauwerken auseinander. Dabei wurde vor allem den jeweiligen, ästhetischen Gestaltkonzepten sowie ihren Konstruktionsprinzipien auf den Grund gegangen.

In einem zweiten Teil galt es, anhand eines eingeschossigen Kleinstbauwerks für den Fundus eines Kirchentheaters, geeignete Typologien, in Kombination mit den Besonderheiten und den Innovationspotentialen des Materials Holz, zu untersuchen. Es war ein möglichst einfacher Holzbau zu entwerfen und zu konstruieren, der das Wechselspiel und kohärente ineinander greifen von Typologie, Topologie und Tektonik erfüllt.
Im Herbst 2021 ist eine Ausstellung aller Arbeiten in der Lukaskirche geplant.
Die Kirchgemeinde sieht vor einen der Entwürfe tatsächlich in die Realität umzusetzen.

Entwurf von Carla Kleinschmitt und Lukas Koser

Der Entwurf für den Fundus der Lukaskirche in Zwickau-Planitz verbindet den Aspekt der vertikalen Lastableitung der neugotischen Kirche mit der Atmosphäre des kleinen Wäldchens, in dem er steht. Die aus einzelnen Balken bestehende vertikale Primärkonstruktion wird eins mit den Stämmen und Ästen der Bäume in direkter Nachbarschaft. So wird der Fundus in die Umgebung integriert. Die diagonalen Stützbalken der zwei Längsseiten des Fundus sind von den aufgesetzten Strebepfeilern der Kirche abgeleitet, wurden jedoch in die Konstruktionsgrundsätze von Holz übersetzt.

Aufgrund seiner leichten Erscheinung und subtilen Gliederung fügt sich der rechteckige Baukörper wunderbar ein in das denkmalgeschützte Natur- und Baukörperensemble.
Da das Gebäude angehoben auf Einzelstützen ruht, wird ein barrierefreier Übergang zur Kirche garantiert. Gleichwohl werden damit Eingriffe in den Boden auf ein Minimum reduziert.
Die Funktionen sind intelligent angeordnet und die Raumzusammenhänge optimal mit einander verknüpft Die Arbeit besticht aber vorallem durch ihre konsequente und spezifische Stabkonstruktion für Wände, Boden und Dach. Nach dem Motto „what you see is what you get“ prägt diese Struktur der Balkenstäbe maßgeblich das Erscheinungsbild des einfachen aber wunderbar raffinierten Holzbauwerks.

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