Georg-Moller-Preis 2018

22.10.2018

Georg-Moller-Preis 2018

Fünf Studierende des Fachbereichs ausgezeichnet

Im Sommersemestersemester 2018 haben Bachelor- und Masterstudierende am Fachgebiet Entwerfen und Baukonstruktion (Prof. Felix Waechter) im Rahmen des Moller-Preises das ‚Haus des Deutschen Werkbunds’ auf der Darmstädter Mathildenhöhe geplant. Am 16.10.2018 wurden im Kunden-Center der Sparkasse am Luisenplatz in Darmstadt die besten Arbeiten prämiert und die begleitende Ausstellung eröffnet.

Mit dem selbst formulierten Anspruch, die Lebenswelt ‚vom Sofakissen bis zum Städtebau’ zu gestalten, wird der Werkbund zu Beginn des 20 Jh. zur Avantgarde und setzt seitdem wesentliche Impulse für eine qualitätsvolle Gestaltung aller Lebensbereiche. Um der einflussreichen Geschichte und den aktuellen Diskursen zur Zukunft der Gestaltung Raum zu geben, war am südlichen Zugang zur Darmstädter Mathildenhöhe das Haus des Deutschen Werkbunds zu entwerfen. Hier sollte in einem Veranstaltungsraum für Vorträge und Tagungen, Ausstellungsflächen und der Zentralbibliothek über die Zukunft der Gestaltung geforscht und diskutiert werden. 

Neben der Suche nach einer architektonischen Antwort, die die Innovationskraft, die Gestaltqualität und die wechselhafte Geschichte des deutschen Werkbunds widerspiegelt, waren die Studierenden aufgefordert, sich mit der Mathildenhöhe, ihren ikonographischen Bauten und Idealen auseinanderzusetzen.

Im Rahmen des Georg-Moller-Preises 2018, den die Bauverein AG jährlich zur Förderung des fachlichen Gesprächs zwischen der Stadt Darmstadt, der Bauverein AG und der Technischen Universität Darmstadt auslobt, wurden drei Studienarbeiten prämiert, zwei erhielten Anerkennungen.

Foto: Isabell Schütz
Die Ausgezeichneten mit Prof. Felix Waechter, Oberbürgermeister Jochen Partsch und Peter Lehr (Sparkasse Darmstadt). Foto: I. Schütz

Preisträgerin: Nele Riecks

Visualisierung: © Nele Riecks

Nele Riecks teilt das Raumprogramm auf drei Baukörper auf, die jeweils funktional hervorragend organisiert sind. Das städtebauliche Ensemble fügt sich selbstverständlich in der Maßstäblichkeit der Mathildenhöhe ein; die umstehenden Bestandgebäude erhalten alle ein angemessenes vis-a-vis. Die angelagerten Erdgeschossnutzungen, die Raumproportion und die ausdifferenzierte Topographie der Freifläche erzeugen einen Innenhof mit hoher Aufenthaltsqualität und eigener Identität. Durch die geschickte Detaillierung der Fassaden wird ein ruhiger, zeitloser Eindruck erreicht der in seiner Zurückhaltung als harmonische Antwort auf den sensiblen Ort bewertet wird.

Preisträger: Fabio Vonrhein Teixeira da Fonseca

Visualisierung: © Fabio Vonrhein Teixeira da Fonseca

Der Entwurf von Fabio Vonrhein Teixeira da Fonseca überzeugt durch eine kraftvolle städtebauliche Setzung. Der nord-südlich orientierte Riegel schließt das Ensemble der Mathildenhöhe nach Westen hin ab. Das Zusammenfügen aller öffentlichen Nutzungen in einem Gebäude verspricht eine hohe Funktionalität. Die vertikale Verknüpfung der Geschosse über Lufträumen erzeugt über diagonale Blickbeziehungen spannende und vielfältige Raumsequenzen und schöne Raumeindrücke. Die differenzierte Ausformulierung der Fassaden fügt den Solitär geschickt in die kleinteilige Nachbarschaft ein.

Preisträgerin: Cora Wählt

Visualisierung: © Cora Wählt

Das vorgegebene Raumprogramm wird auf zwei, durch ein gemeinsames Sockelgeschoss miteinander verbundene Baukörper verteilt. Der großzügige Platz zwischen den Baukörpern orientiert sich nach Norden zur Mathildenhöhe – dieser ist Eingangsbereich für das Ensemble, aber zugleich auch Auftakt der Mathildenhöhe und wertet somit den öffentlichen Raum auf. Der südliche Baukörper bildet, als Bibliotheksturm konzipiert, durch seine Proportion einen weithin sichtbaren ikonographischen Auftakt zum Gesamtensemble Mathildenhöhe von Süden. Die Innenräume überzeugen bis ins Detail durch sehr gekonnte Setzung und sorgfältige Ausformulierung. Die detailreich ausformulierten Fassaden nehmen Proportionen und Farbigkeit der historischen Nachbarschaft und interpretieren diese neu. Es entsteht ein höchst eigenständiger – dem Ort und der Nutzung entsprechender – Ausdruck.

Die Anerkennungen erhielten Margaret Park und Anna Konopka.

Die Preise sind mit je 700 €, die Anerkennungen mit je 250 € dotiert.

Herzlichen Glückwunsch.

Die Ausstellung im Kundencenter der Sparkasse am Luisenplatz, Rheinstraße 10-12, 64283 Darmstadt, ist noch bis 08.11.2018 während der Öffnungszeiten des Kundencenters (Mo-Do 9 bis 18 Uhr, Fr 9-16 Uhr zu sehen.

Der Preis

Der von der Stadt Darmstadt ausgeschriebene Georg-Moller-Preis wird in Erinnerung an das Werk Georg Mollers für Studierende des Fachbereichs Architektur der TU Darmstadt ausgelobt und für Studienarbeiten vergeben, die sich auf Darmstädter Bau- und Planungsaufgaben beziehen. Der Preis wurde 1989 erstmals verliehen. Seit 2000 wird das Preisgeld von der Bauverein AG gestiftet. Der Preis soll „in schöpferischer Verknüpfung mit Theorie und Praxis die Auseinandersetzung mit realen und städtebaulichen Fragestellungen unserer Stadt fördern“. Zudem soll laut Satzung „das fachliche Gespräch zwischen der Stadt Darmstadt, der Bauverein AG und der Technischen Universität belebt werden“.

Der bedeutende Architekt und Bauforscher Georg Moller (1784-1852) hatte als Leiter des Hessischen Staatsbauwesens mit seinen städtebaulichen Planungen die bürgerlich-klassizistische Struktur des Darmstädter Stadtgrundrisses und das Stadtbild mit wesentlichen Bauwerken maßgebend geprägt.

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