Tag der Forschung 2017

4. Tag der Forschung – Forschung und Architekturlehre

In der Architektur geht es um die Lösung komplexer funktional-räumlicher, ästhetischer, technischer, sozialer, ökologischer und ökonomischer Problemstellungen. Dabei arbeiten diverse Fachgebiete – ob Kunstgeschichte, Gebäudelehre, Städtebau oder Bauphysik, um nur einige zu nennen – mithilfe mannigfacher Wissenskulturen. Der Fachbereich Architektur an der TU Darmstadt veranstaltet in regelmäßigen Abständen einen Tag der Forschung.

Das Programm des Tages der Forschung umfasst Vorträge und Workshops renommierter Fachleute sowie Präsentationen zu aktuell am Fachbereich laufenden Forschungsprojekten und Promotionen.

Termin: Mittwoch, 6. Dezember 2017
Am Tag der Forschung finden keine anderen Lehrveranstaltungen statt.

Programm

  • 9:30 Uhr
    Max-Guther-Hörsaal:
    Einführung durch Prof. Ariel Auslender und Prof. Anett-Maud Joppien
    Begrüßung durch Vizepräsidentin Prof. Dr. Mira Mezini
  • 10:30–12:00 Uhr
    Fish-Bowl-Diskussion mit den Gästen:
    Raum 111 (Lernzentrum)
    • Dipl.-Ing. M.Sc. Luise Albrecht, Projekt „Forschendes Lernen“, FH Potsdam, jetzt TU Berlin
    • Dipl.-Ing. Martin Luce, Research Lab, TU München,
    • Moderation: Prof. Dr. Martin Knöll, Forschungsgruppe Urban Health Games
  • 12:00 Uhr
    Science-Slam
    Science-Slam der für den Heinz-Stillger-Preis 2017 nominierten Studierenden
    Moderation: Dr. Judith Ley
    Raum 111 (Lernzentrum)
  • 13:00–14:00 Uhr: Pause
  • 14:00 Uhr
    Hauptgebäude Fachbereich Architektur
    Fünf Minuten Forschung
    Kurzvorträge über die Forschungsaktivitäten am Fachbereich Architektur
    Raum 111 (Lernzentrum), 1. OG
    Moderation: Dr. Markus Kip, URBANgrad
  • 15:00 Uhr
    Poster-Lounge – Ausstellung von Forschungsprojekten
    Galerie im 1. OG
  • 16:00–17:30 Uhr
    Workshops mit den Referent*innen zur Vertiefung von Themen und mit Informationsveranstaltungen zur Forschung in der Architektur
  • 18:00 Uhr
    Max-Guther-Hörsaal:
    Verleihung des Heinz-Stillger-Preises für herausragende studentische Forschungsprojekte

    Mittwoch-Abend-Vortrag
    „Räume der Transformation“
    Prof. Dr. Phillip Misselwitz, TU Berlin, Institut für Architektur, Fachgebiet Entwerfen und Internationale Urbanistik (Habitat Unit)
  • 20:00 Uhr
    Abschluss mit Robot-Bar
    am Fachgebiet Digitales Gestalten
    Unterstützt von URBANgrad
    3. Stock Nord, L3|01 R 330–339

Die Gäste

Dipl.-Ing. M.Sc. Luise Albrecht
studierte bis 2002 Architektur an der Technischen Universität Berlin und im Anschluss von 2003-2005 am Masterstudiengang Denkmalpflege der TU Berlin.Von 2009 bis 2012 war sie akademische Mitarbeiterin an der BTU Cottbus bei Prof. Lorenz am Lehrstuhl Bautechnikgeschichte und Tragwerkserhaltung2012-2017 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Qualitätspakt Lehre zur Förderung Forschenden Lernens in den Studiengangsrichtungen Architektur und Städtebau, Konservierung und Restaurierung, Kulturarbeit an der Fachhochschule Potsdam; 2016 Wechsel in die stellvertretende Projektleitung, derzeit Lehrauftrag für „Forschung in der Lehre“ am Fachgebiet Baugeschichte und Bauforschung der TU Wien. 
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Dipl.-Ing. Martin Luce
studierte Architektur in Hamburg, Wien und Shanghai als Stipendiat in der Stiftung der Deutschen Wirtschaft. Ergänzend Ökonomie-Studium an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik, dann Social Entrepreneurship Akademie München. Bis 2007 Redakteur bei der Zeitschrift ARCH+ in Berlin. Später leitender Projektmanager für DETAIL Research in München. Seit 10 Jahren als Wissenschaftsmanager im Leitungsteam der Fakultät für Architektur an der TUM. Persönliche Schwerpunktthemen sind Architecture Leadership und die Strukturentwicklung von Universitäten. Im Vorstand des Akkreditierungsverbunds für Studiengänge der Architektur. Außerordentliches Mitglied im BDA.
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Prof. Dr. Philipp Misselwitz
ist ein Architekt und Stadtforscher aus Berlin. Er studierte an der Universität Cambridge und der Architectural Association in London und promovierte 2009 im Fachbereich Stadtplanung der Universität Stuttgart. Seit 2013 leitet er als Universitätsprofessor die Habitat Unit – Fachgebiet für Internationale Urbanistik und Entwerfen am Institut für Architektur der Technischen Universität Berlin. In Forschungs-, Lehr- und Beratungsprojekten beschäftigt er sich mit der Auswirkung globaler Transformationsprozesse auf Urbanisierung und der sich wandelnden Rolle von Architekten und Planern. Philipp Misselwitz ist Visiting Professor an der Universität von Witwatersrand Johannesburg und Gesellschafter in der Berliner Planungsgruppe Urban Catalyst.
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Im Ernst? Forschen im Studium – Fish Bowl-Diskussion

10:30 bis 12:00 Uhr
Raum 111 (Lernzentrum)

Im Unterschied zur Podiumsdiskussion ermöglicht das Fish-Bowl-Format („Goldfischglas“) dem Publikum, sich aktiv an der Diskussion zu beteiligen. Das Podium steht allen offen! Alle Anwesenden sind eingeladen, in die Mitte zu kommen um mit den beiden Gästen und mit-einander das Thema Forschung im Studium zu diskutieren. Als Expert*innen sind zu Gast Dipl.-Ing. M.Sc. Luise Albrecht (TU Berlin) und Dipl.-Ing. Martin Luce (TU München).

Moderation: Prof. Dr. Martin Knöll, Forschungsgruppe Urban Health Games

Science Slam

12:00 bis 13:00 Uhr
Raum 111 (Lernzentrum)

Die für den Heinz-Stillger-Preis nominierten Studierenden stellen ihre Forschungsprojekte in fünfminütigen Vorträgen dem Publikum und der Jury vor. Die Preisverleihung findet um 18:00 Uhr vor dem Mittwochabend-Vortrag statt.

  • Philipp Altschuck
    EnEff:Stadt–Campus Lichtwiese
    Entwerfen und Nachhaltiges Bauen
  • Samim Mehdizadeh
    Rotomoulding
    Entwerfen und Digitales Gestalten
  • Felix Dannecker
    3D Printing Tools
    Entwerfen und Digitales Gestalten
  • Dorothee Glaab
    Flächensuffizienz
    Entwerfen und Nachhaltiges Bauen
  • Anna-Mira Lüssow
    Textile Architektur
    Entwerfen und Raumgestaltung
  • Laura Stock
    Mailänder Eingänge
    Entwerfen und Wohnungsbau

Moderation: Dr. Judith Ley

Fünf Minuten Forschung und Poster-Lounge

14:00-16:00 Uhr
L3|01 Raum 111 (Lernzentrum) und Galerie 1. OG.

In Kurzvorträgen und einer Poster-Lounge werden Einblicke in die Bandbreite der Forschungsaktivitäten am Fachbereich Architektur gegeben.

  • Martin Biedermann
    Lost in time and spatial issues
    Fachgruppe E – Entwerfen und Freiraumplanung
  • Jane Kreiser
    Zur Zierde der Götter und zum Nutzen der Gemeinschaft – geschmückte Dächer im archaischen Griechenland. Eine Untersuchung zu Entwicklung, Verbreitung, Gestaltung und Technik von Tempeldächern aus Ton vom 7. – 5. Jh. v. Chr.
    Fachgruppe A – Klassische Archäologie
  • Gladys Vasquez Fauggier / Marianne Halblaub Miranda
    PreHealth – Designing Health into Urban Green & Blue Infrastructures – The Need for Action in Planning, Policies and Education
    Urban Health Games
  • Marianne Halblaub Miranda
    MoMe@school: exploring the activating potential of learning spaces
    Urban Health Games
  • Andrea Rossi
    Digital Physicality: Discrete Design and Assembly for Architecture
    Fachgruppe B – Digitales Gestalten
  • Anton Savov
    Crowded Cities — Crowdsourced Architecture
    Fachgruppe B– Digitales Gestalten
  • Isabell Schütz
    Die deutschen Siedlungsbauten im Werk von Richard J. Neutra
    Fachgruppe C – Entwerfen und Baukonstruktion
  • Bastian Wibranek
    Man-Machine Coexistence
    Fachgruppe B – Digitales Gestalten
  • Norwina Wölfel
    Frankfurter Buchmesse für alle
    Urban Health Games

Moderation: Dr. Markus Kip (URBANgrad)

Workshops

16:00–17:30 Uhr
Hauptgebäude Fachbereich Architektur (L3|01)

Anmeldung erforderlich:

Wegen der auf 30 Personen pro Workshop begrenzten Teilnehmerzahl richten sich die Workshops nur an Angehörige des Fachbereichs Architektur. Für die Teilnahme an einem Workshop ist eine Anmeldung per Mail erforderlich:
Anmeldeschluss: Montag, 04.12.2017, 18 Uhr.

Workshop 1:
Forschungsfrage entwickeln – Der „Casus Knacksus“ beim Forschen.
Ein Workshop für Studierende und Lehrende.

Dipl.-Ing. Luise Albrecht

Ziel: Kennenlernen von Methoden zur Entwicklung einer Forschungsfrage und von Kriterien zur Bestimmung einer guten und geeigneten Forschungsfrage. Kennenlernen von methodischen Unterstützungsmöglichkeiten im Hochschul-www.
Vorgehen: Visualisieren des Forschungszyklus und bewerten der Stärken und Schwächen der Studierenden. Wo „klemmt“ es? Sichtung ausgewählter Unterstützungsmaterialien und Austausch über methodisches Vorgehen; Studierende können sich an Hand ihrer anstehenden Forschungsthematiken bei der Entwicklung einer Forschungsfrage austauschen und erproben.
Anmerkung: Der Thematik „Forschungsfrage entwickeln“ wurde an der FH Potsdam ein Abend gewidmet und das Ergebnis als Handreichung publiziert.

Ort: FG Entwerfen und Gebäudetechnologie, L3|01 Raum 210

Protokoll: In dem von Luise Albrecht geleiteten Workshop befassten wir uns mit der Herausforderung eine Forschungsfrage zu entwickeln. Frau Albrecht brachte hierbei ihre Expertise ein als wissenschaftliche Mitarbeiterin (2012-2017) im Forschungsprojekt „Forschendes Lernen“ im Bereich Architektur und Städtebau an der FH Potsdam. Die acht Teilnehmer_innen des Workshops setzten sich zusammen aus Doktorand_innen, Postdocs und einem Professor. Wir haben nach einem Brainstorming versucht, die verschiedenen Tätigkeiten, die einen Forschungsprozess ausmachen, auf einer Zeitschiene zu ordnen. Die besondere Rolle des „Machens“ und des „Entwerfens“ in der Architektur als Initialzündung für eine sich daraus zu entwickelnde Forschungsfrage wurde diskutiert. Die Interessen der Teilnehmer_innen war es Methoden sowohl für die eigene Forschungspraxis als auch für die Begleitung von studentischen Forschungsprojekten zu erlernen. In Kleingruppen versuchten wir unsere aktuellen Forschungsfragen weiterzuentwickeln und erprobten hierzu die Handreichung „Formen Forschenden Lernens. Vom Thema zur Frage“ von der FH Potsdam. (Dr. Markus Kip)

Workshop 2
How to become a researcher in Architecture?
Dipl.-Ing. Martin Luce

Eine Einladung zur eigenen Lagebesprechung: Mit welchem Karriereziel forsche ich? Wie systematisch und mit welchem Impact suche ich Öffentlichkeit? In Anlehnung an ein existierendes Workshop-Format der TUM reflektieren die Teilnehmer/innen den Stand ihrer eigenen Praxis. Die extern induzierte Transformation der Disziplin Architektur zu einer eigenständigen Forschungsdisziplin erzeugt neue Standards im Publizieren und Evaluieren. Beispiele aus der TUM und dem Umfeld der BauHow5-Allianz werden einführend gezeigt. Jede/r Teilnehmer/in reagiert mit der Benennung eines persönlichen Entwicklungsziels.

Ort: FG Urban Health Games, L3|01 Raum 140

Protokoll: Im Workshop mit Martin Luce, Wissenschaftsmanager an der Fakultät für Architktur und Stadtplanung der TU München, haben wir uns mit „strategischen“ Fragen des Forschens in der Architektur beschäftigt. Die 11 TeilnehmerInnen befanden sich in verschiedenen Phasen des Doktorates, finanziert durch Landesstellen, Drittmittel, sowie Stipendien. Die Themen umfassten „Qualifizierungsvereinbarung“ zwischen Doktoranden und betreuenden Professoren, die Wichtigkeit eine Community benennen zu können, in einer Gruppe und in Netzwerken zu arbeiten, sowie verschiedene Möglichkeiten des Publizierens , u.a. in Open Access. Die TeilnehmerInnen nahmen einen guten Überblick durch Best-Practice an anderen Hochschulen mit und formulierten persönliche „Hausaufgaben“: Zum Beispiel einen sogenannten „Personalausweis“ für Autoren – einen ORCID Account – anzulegen. (Prof. Dr. Martin Knöll)

Workshop 3:
Wie beginne ich eine Dissertation im Fach Architektur?
Dr.-Ing. Judith Ley

Das Interesse an einer Dissertation im Fach Architektur ist in den letzten Jahren gestiegen. Für alle, die auch mitforschen wollen, werden im Workshop daher Fragen darüber beantwortet, was eine Dissertation ist, wie man in ein Thema einsteigt und welche ersten Schritte zu machen sind.

Ort: Seminarraum Kunstgeschichte, L3|01 Raum 110

Protokoll: Warum soll ich als Architekt promovieren? – das war die zentrale Frage, die im Workshop gestellt wurde. Der Nachweis qualifiziert wissenschaftlich arbeiten zu können gehört bis heute nicht zu den Voraussetzungen für eine erfolgreiche Berufskarriere im Architekturbüro. Neben dem kreativen Schaffen wird das forschende Denken der Disziplin zukünftig jedoch neue Impulse geben. In diesem Prozess kann jeder Architekt mittels einer Promotion das Fach durch die Entwicklung neue Gedanken weiterbringen, eine andere Art des strukturierten Vorgehens erproben und seine eigene Persönlichkeit formen. Als multidisziplinäres Fach mit zahlreichen Schnittstellen zu anderen Disziplinen bietet die Architektur hierfür eine große Bandbreite an noch zu erkundenden Themen. (Dr.-Ing. Judith Ley)

Verleihung des Heinz-Stillger-Preises

18:00 Uhr s.t.
Max-Guther-Hörsaal

Mit dem Heinz-Stillger-Preis der HEINZ-STILLGER-STIFTUNG werden herausragende studentische Forschungsarbeiten am Fachbereich Architektur ausgezeichnet.

Ziel des Preises ist eine Stärkung des Stellenwerts der Forschung in der Lehre und eine Förderung der Durchgängigkeit vom Bachelor über den Master in die Forschung und Promotion.

> Die Gewinnerinnen und Gewinner

Mittwochabend-Vortrag

18:00 Uhr s.t.
Max-Guther-Hörsaal

Prof. Dr. Phillip Misselwitz, Berlin
Räume der Transformation

Der Vortrag untersucht das sich wandelnde Selbstverständnis vieler Planer*innen und Architekt*innen: vom rational und technisch begründeten Wahrheits- und Allwissenheitsanspruch hin zu Inkrementalismus und kommunikativer und kollaborativer Planung. Architektur und Planung in der Praxis werden zunehmend zu einer räumlichen und institutionellen Strukturierung eines aktiven Aushandelns von Interessen auf einem unsicheren und schwankenden sozialen Boden. Anstatt Endzustände zu fixieren, wirken Interventionen als Teil und transformative Anordnung in urbanen und gesellschaftlichen Transformationsprozessen.

Welche neuen Ansätze und Selbstverständnisse könnten sich hierbei für Forschung und Praxis ergeben? Wie kann ein Verständnis von Architektur und Planung als lebendige Räume der Transformation helfen, in einen selbstbewussteren Dialog mit anderen (akademischen und alltagsorientierten) Wissenskulturen zu treten, zwischen ihnen zu vermitteln und traditionelle Gegensätze von Theorie und Praxis, Forschung und Gesellschaftsrelevanz zu überwinden? In aktuellen Forschungs- und Lehrprojekten im europäischen und globalen Kontext geht die Habitat Unit der Frage nach, wie das durch Architektur und Planung generierte Transformationswissen essentielle gesellschaftliche Debatten um Urbanisierung, Klimawandel, Armut oder Ressourceneffizienz bereichern kann.

Kontakt

Leitung Kommission Forschung:
Prof. Anett-Maud Joppien:

Organisation:
Dr. Judith Ley, Dr. Markus Kip, Dipl.-Des. Frank Metzger, Dr.-Ing. Mieke Pfarr-Harfst, Elisa Stamm M.S.c., Dipl.-Ing. Valentina Visnjic.

Kontakt:

Weitere Informationen

  • Am Tag der Forschung finden keine weiteren Lehrveranstaltungen am Fachbereich Architektur statt.