Rückblick

Tradition der Forschung im Bereich der urbanen Resilienz

Die Fachgruppe Städtebau und Stadtplanung (FG Stadt) am Fachbereich Architektur bearbeitet das Thema Urbane Resilienz seit Jahren in der Lehre und der Forschung. Dies drückt sich aus in einer großen Anzahl von städtebaulichen Entwürfen und Forschungsprojekten, die in den letzten 15 Jahren in den zugehörigen Fachgebieten bearbeitet wurden.

Resilienz entwerfen

Designing Resilience Global Competition 2025: Prof. Annette Rudolph-Cleff mit den Studierenden
Designing Resilience Global Competition 2025: Prof. Annette Rudolph-Cleff mit den Studierenden

So beteiligt sich das Fachgebiet von Prof. Dr. Annette Rudolph-Cleff Entwerfen und Stadtentwicklung (EST) seit 2015 regelmäßig an dem von der National University of Singapore organisierten internationalen Wettbewerb „Designing Resilience in Asia“ – inzwischen neubenannt in „Designing Resilience Global“. Wettbewerbserfolge gab es u.a. in den Jahren 2016 und 2025. Im Jahr 2020 wurde das Lehr- und Forschungsmodul dafür durch den AESOP Preis für exzellente Lehre ausgezeichnet.

Das Fachgebiet ist auch aktiv in dem durch LOEWE geförderter großen Forschungsverbund EmergenCITY – Die digitale resiliente Stadt. Hier geht es um die Erforschung der Resilienz zukünftiger digitaler Städte, mit Augenmerk auf die kritischen Infrastrukturen und dem besonderen Stellenwert der Informations- und Kommunikationstechnologien. Die Rolle des Fachgebietes Entwerfen und Stadtentwicklung besteht darin einen ganzheitlichen, vernetzten und integrativen Ansatz zu verfolgen, der technische Lösungen integriert, mit sozialräumlichen Instrumenten kombiniert und maßstabsgerechte Antworten für das Einzelgebäude, das Quartier und die Gesamtstadt verfolgt.

Gesundheitsfördernde Städte

Sabine Hopp, Martin Knöll, Marianne Halblaub Miranda (von links nach rechts)
Sabine Hopp, Martin Knöll, Marianne Halblaub Miranda (von links nach rechts)

2020 wurde Prof. Dr. Martin Knöll im Fachgebiet Entwerfen und Stadtplanung (UDP) für sein Projekt „Gesundheitsfördernde Stadtgestaltung“ als erster Architekt in das renommierte Heisenberg Programm der DFG aufgenommen. Forschung und Lehre werden Gesundheitsfragen in städtischen Ballungsräumen aus der Perspektive der Stadtplanung und -gestaltung und im Rahmen interdisziplinärer Teams behandelt. Dabei geht es u. a. darum Gestaltungsstrategien zu entwickeln, um den dringend notwendigen Wandel hin zu gesunden und inklusiven Städten zu unterstützen.

Von Ökologie zu Entwurf

Stadtbaupuzzle, KOPPERROTH Architektur & Stadtumbau PartGmbB
Stadtbaupuzzle, KOPPERROTH Architektur & Stadtumbau PartGmbB

Das im Herbst 2025 mit Prof. Martin Roth neubesetzte Fachgebiet Entwerfen, Landschaftsökologie und Stadtökologie (ELS) wird einen Schwerpunkt in Lehre und Forschung auf integrierte interdisziplinäre Lösungsansätze für die Entwicklung urbaner Freiflächen im Kontext von Klimaanpassungsmaßnahmen legen. Hier geht es um praxisbezogene Ansätze, die auch in der Bürotätigkeit von Martin Roth ihre Entsprechung haben.

Gründung des Kompetenzzentrums

Prof. Jörg Dettmar
Prof. Jörg Dettmar

Für den Aufbau des Kompetenzzentrums arbeitet Prof. Dr. Jörg Dettmar, der im Frühjahr 2025 pensioniert wurde, weiter am Fachbereich Architektur. Er blickt auf eine jahrzehntelange Erfahrung in der Nachhaltigkeitsforschung zurück. Schwerpunkte waren dabei die Beschäftigung mit Stadtlandschaften, Klimaanpassungsstrategien von Groß- und Kleinstädten wie die Gebäudebegrünung. Exemplarisch kann hier die Entwicklung und Umsetzung von Strategien zur Transformation inklusive Klimaanpassung in alten Gewerbegebieten genannt werden sein.

Wissenschaftlicher Nachwuchs

AESOP Young Academics Conference, 2019
AESOP Young Academics Conference, 2019

Die Fachgruppe Stadt war beteiligt an dem interdisziplinären Graduiertenkolleg KRITS – Kritische Infrastrukturen: Konstruktion, Funktionskrisen und Schutz in Städten. Das sich von 2016 bis 2025 der Erforschung kritischer Infrastrukturen in Städten widmete. Hier forschen Historiker:innen, Infrastruktur- und Raumplaner:innen, Bauingenieur:innen, Soziolog:innen, Elektrotechniker:innen, Philosoph:innen, Politikwissenschaftler:innen, Architekt:innen und Informatiker:innen zusammen.

Ein weiterer Baustein in der Nachhaltigkeitsforschung war die Graduiertenschule für Stadtforschung URBANgrad, eine fachbereichsübergreifende wissenschaftliche Einrichtung der TU Darmstadt, eng mit der Fachgruppe Stadt verbunden. Die URBANgrad war Teil des Schwerpunkts Stadtforschung der TU Darmstadt.

Interdisziplinärer Ansatz und internationale Zusammenarbeit

Mundus Urbano Alumni
Mundus Urbano Alumni

Das Potential interdisziplinärer Zusammenarbeit in der Stadtforschung kann vom Kompetenzzentrum durch die Verbindung zum Verbund Stadtforschung der TU Darmstadt erschlossen werden. In der fachbereichsübergreifenden Arbeitsgruppe arbeiten seit fast 20 Jahren knapp jeweils themenbezogen dreißig Fachgebiete an der TU Darmstadt aus den Bereichen Soziologie, Politikwissenschaft, Geschichte, Philosophie, Architektur, Sportwissenschaften, Bau- und Umweltwissenschaften, Geowissenschaften, Informatik, Linguistik, Archäologie, Kunstgeschichte, Stadtplanung sowie Wirtschaftswissenschaften zusammen.

Auf internationaler Ebene kann die Fachgruppe Stadt umfangreiche Expertise und ein großes Netzwerk vorweisen. Bei der Fachgruppe Stadt angegliedert, ab 2018 unter Leitung von Prof. Dr. Anette Rudolph-Cleff, war Mundus Urbano (MU), einem Konsortium aus vier europäischen Universitäten, das von 2007-2020 einen interdisziplinären Master of Science-Studiengang mit dem Titel „Internationale Zusammenarbeit in der Stadtentwicklung” angeboten hat. Der zweijährige Studiengang befasste sich vor allem mit Stadtentwicklungsfragen im Globalen Süden. Zahlreiche Absolventen:innen haben heute führende Positionen in Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen in einer Reihe von Ländern des Globalen Südens.

Preise und Auszeichnungen

Designing Resilience
2014 Greentec Award Kategorie Urbanization
2014 BMBF 2. Deutscher Nachhaltigkeitspreis Forschung
2015 Overall Design Excellence Award, NUS Singapore
2015 Athene Preis für gute Lehre Für “Designing Resilience in Asian Cities”
2016 Urban Design Excellence Award, NUS Singapore
2017 Urban Design Excellence Award, NUS Singapore
2019 Ernst-Ludwig-Mobilitätstipendium für Dr. S. Gehrmann
2021 AESOP (Association of European Schools in Planning) Excellence in Planning Education for Designing Resilience
2025 Honorable Mention Designing Resilience Global, SCUT
Green Cities
2001 – VL und Übungen in Stadtökologie / Landschaftsarchitektur
2008 „Updating Germany“ Emscher Landschaftspark
2009 Nationaler Preis für integrierte Stadtentwicklung und Baukultur
2020 Kurt Ruths-Preis für Inga Bolik „Amphibische Stadträume“
Building Inclusive and Healthy Communities
2018 Hessischer Staatspreis Universelles Design
2019 EDAD Award Design für Alle
2020 DFG Heisenberg Professur „Gesundheitsfördernde Stadtgestaltung“
2021 Athene Preis für gute Lehre
2022 EDAD Award Design für Alle
2023 ARL International working group „Urban Planning for Health Equity“
2024 Hessischer Staatspreis Universelles Design
2025 Einstein Circle „Urban Mental Health Strategie für Berlin“

13 Jahre Erfahrung mit dem MSc.-Studiengang International Cooperation in Urban Development
2 Förderphasen im Excellenzcluster Erasmus Mundus Netzwerk mit akademischen und nicht-akademischen Partnern