Fachgebiet Architekturtheorie und -wissenschaft

Architektur als politische, gesellschaftliche und ästhetische Praxis

Architektur wird am Fachgebiet „Architekturtheorie und -wissenschaft“ als politische, gesellschaftliche und ästhetische Praxis betrachtet. Wir sehen dabei sowohl den Kontext (historisch und ideologisch) ihrer Entstehung als auch den der jeweiligen Betrachter in gegenseitiger Abhängigkeit: Formen, Materialien und ihre Bedeutung sind nicht absolut, sondern konfigurieren sich immer wieder neu. Dadurch ist Architektur (und ihre Geschichtsschreibung) niemals neutral.

Ihre Einbettung in die Ingenieurwissenschaften einerseits und in Kulturgeschichte und -techniken andererseits gibt Architektur einen Sonderstatus in der akademischen Welt. Als (oft) materialisierter Beitrag zur Gesellschaftsbildung ist Architektur (und damit Architektinnen und Architekten) aber auch besonders in der Pflicht. Als Architekturschaffende wie als Geschichtsschreibende können wir es uns nicht mehr leisten, einem überholten Kanon zu folgen oder modernistisches Erbe ungefragt zu übernehmen. Denn jede (formale wie historische) Äußerung stellt sich in Bezug zum bestehenden Diskurs – ob sie will oder nicht. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, vermittelt unser Fachgebiet Vokabular, Methodik, Neugier und Skepsis um die richtigen Fragen zu finden – und sie produktiv zu stellen.