Kompetenzzentrum Resiliente Stadt

Das Kompetenzzentrum ist eine Einrichtung der Fachgruppe Städtebau und Stadtplanung („Fachgruppe Stadt“) am Fachbereich Architektur der TU Darmstadt. Beteiligt sind die vier Fachgebiete: Entwerfen und Stadtenwicklung (EST), Entwerfen und Stadtplanung (UDP), Entwerfen, Landschaftsarchitektur und Stadtökologie (ELS), Entwerfen und Städtebau (EUS). Gegründet wurde es im November 2025.

Bild: EST

Ein Kompetenzzentrum – weshalb und wofür?

Das Kompetenzzentrum am Fachbereich Architektur zeigt den spezifischen Beitrag von Architektur, Städtebau und Landschaftsarchitektur zur urbanen Resilienz und verbindet verschiedene Bausteine resilienter Anpassung zu integrierten räumlichen Gesamtkonzepten. Der architektonische bzw. landschaftsarchitektonische Entwurf dient dabei als forschende Strategie für Lösungen, die auch emotionale Aspekte berücksichtigen und etwa der Angst vor Katastrophen ein Gefühl von Geborgenheit entgegensetzen.

Resilienz: Ein Schlüsselthema für Städte

Bishan Ang Mo Kio Park, Singapore (Dreiseitl + CH2MN Hill)
Bishan Ang Mo Kio Park, Singapore (Dreiseitl + CH2MN Hill)

Die Frage nach der Resilienz ist seit einiger Zeit für Städte zu einem wichtigen Thema geworden. Der Klimawandel, die Pandemie, Terroranschläge und der Krieg in Europa stellen neue Anforderungen an unsere Städte und deren Weiterentwicklung.

Bei urbaner Resilienz geht es nach UN-Habitat um „die messbare Fähigkeit eines jeden städtischen Systems mit seinen Einwohnern, trotz aller Schocks und Belastungen Kontinuität zu wahren und sich gleichzeitig positiv anzupassen und in Richtung Nachhaltigkeit zu wandeln“. Resilienz ist trotzdem kein wirklich klar definierter Begriff. Sie muss immer auf eine bestimmte Gefahr, Krise oder ein Risiko bezogen werden, die jeweils unterschiedliche Anpassungsstrategien und Transformationen erfordern.

Resilienz ist multidimensional, die technische Dimension steht zwar oft im Vordergrund, z. B. bei der Betrachtung der kritischen Infrastruktur. Aber auch wenn es um die Funktion und Krisensicherheit z. B. der Wasserver- und entsorgung, der Verkehrs-, der Energie- und Informationsinfrastruktur geht, braucht es immer gesellschaftliche Diskurse und Abstimmungen der unterschiedlichen Interessen städtischer Akteure. Resilienz wird also nicht allein technisch, sondern auch sozial konstruiert. Gesellschaftliche Akzeptanz von Maßnahmen z. B. zur Klimaanpassung steigt, wenn dadurch auch die Attraktivität eines städtischen Raumes und damit die Lebensqualität für die Menschen erhöht wird.

Resilienz in der Stadtentwicklung bedeutet, Städte robuster, lernfähiger, anpassungsfähiger und attraktiver zu machen. Da man Krisen nicht völlig vermeiden kann, geht es darum die Fähigkeit diese zu bewältigen und gestärkt daraus hervorzugehen. Dies ist dann auch die Verbindung zu einer nachhaltigen, gemeinwohlorientierten und zukunftsfähigen Stadt. Insofern ist Resilienz ein Baustein des aktuellen Leitbildes europäischer Stadtentwicklung.