Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2022/23

Auf dieser Seite finden Sie alle aktuellen Lehrveranstaltungen des Fachgebiets Architekturtheorie und -wissenschaft.

Die Seminarwahl für die Bachelor-Epochenseminare der Fachgruppe A findet in diesem Wintersemester in neuer Form, über TUCaN statt.

Die Seminarwahlen beginnen am Donnerstag, 6. Oktober 2022, ab 14:00 Uhr und enden am Dienstag, 11. Oktober 2022, um 04.55 Uhr morgens.

Informationen zum Wahlsystem erhalten Sie in einem Zoom-Termin am Donnerstag, 6. Oktober, 11.00 Uhr über diesen Link: https://tu-darmstadt.zoom.us/j/63977729395

Wintersemester 2022/23

Bachelor

Moderne Architektur kann nicht mehr als dominanter, europäischer Stil betrachtet werden. Diese Vorlesung sieht das Konzept der „Moderne“ als grundsätzlich pluralistisch an und wird eine breit gefächerte Auswahl globaler Geographien und ästhetischer Praxis vorstellen. Wir werden diese „Konstruktionen von Moderne“ in ihrer politischen sowie formalen Intentionen betrachten, und werden nicht nur ihren Erfolg, sondern auch ihre sozialen Folgen bewerten. Wenn wir die Entstehung neuer Materialien studieren werden wir sehen, wie Änderungen der Wirtschafts- und Arbeitsbedingungen neue Architekturen erzeugten. In der Untersuchung ikonischer Gebäude und Siedlungen werden wir unseren Blick erweitern, um ihren „Export“ in die Kolonien einzuschließen, wo die Rationalität, die der Moderne oft zugesprochen wird, zur Kontrolle und Ausbeutung optimiert wurde. Wir werden moderne Architekturen kennenlernen, ihre Ideologien hinterfragen und ihre Entstehung kontextualisieren.

Bachelorvorlesung

Prof. Dr. Anna-Maria Meister

Montag, 11:40-13:20, L3|01 A93 (Max-Guther-Hörsaal)
1st meeting: 17.10.2022

Wie werden “unsichtbare” finanzielle Mechanismen durch Architektur verwirklicht? Wie kann man ein abstraktes Finanzwesen sehen; wo ist es lokalisiert? Kann das Finanzwesen, basierend auf einer bestimmten Ästhetik und greifbaren Materialität, auch als architektonisches Phänomen begriffen werden?

Dieser Kurs stellt Architektur ins Zentrum global Finanzprozesse, als Medium eines Wirtschaftssystems das poliltische und rechtliche Grenzziehungen übersteigt, um so die Verschränkungen und historischen Wechselwirkungen zwischen dem Finanzwesen und der Architektur einer globalen kapitalistischen Moderne zu untersuchen. Während sich der Kurs auf die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts fokussiert, spielt die längere Geschichte von Kolonialismus und neokolonialististischer Machtausübung eine entscheidende Rolle um Finanzzentren wie die City of London, Hongkong, und Frankfurt mit “offshore” Territorien und finanziellen “Hinterländern” wie Accra and Port-au-Prince zu verknüpfen.

Die Literatur ist englisch.

Bachelorseminar

Prof. Dr. Anna-Maria Meister
Eva Schreiner M.A.

Blockveranstaltung
1st meeting: 24.10.2022, 17:00, L3|01 Raum 51 (Fachbereichssaal)

Die räumliche (Re-)Organisation der Hausarbeit ist in der Geschichte des Wohnungsbaus und der Stadtplanung ein wiederkehrendes Thema. Davon zeugen u.a. empirische Untersuchungen in den Nachkriegsjahren am schwedischen Hemmens forskningsinstitut / Statens institut för konsumentfrågor (s. Foto). Nicht erst seit der Pandemie überlagern sich im Wohnen Haushaltstätigkeiten auch mit Erwerbsarbeit. Damit verbundene Raumverhandlungsprozesse stellen die Aufgabe an Architekt*innen, sich mit Fragen der räumlichen (Neu-)Organisation von Haus-Arbeit in all ihren Facetten, innerhalb der eigenen vier Wände und zwischen Wohnung und Stadt, zu beschäftigen.

Vor der Hintergrundfolie historischer Referenzbeispiele werden im Seminar Wohnpraktiken und deren räumliche (Un-)Ordnungen empirisch untersucht, mit dem Ziel, die Erkenntnisse daraus für den für den Entwurf fruchtbar zu machen. Auf Grundlage ihrer Analysen entwickeln die Seminarteilnehmer*innen räumliche Interventionen.

Bachelorseminar

Dr.-Ing. Julia von Mende (LA)

Blockveranstaltung
1st meeting: 17.10.22, 13:30, L3|01 Raum 51 (Fachbereichssaal)

Das historische Bauhaus war die bislang einzige Ausbildungsstätte für Architekt*innen mit einer eigenen Bühnenabteilung. Hier wurde nicht nur Theater gespielt und getanzt, sondern mit Raum, Form, Farbe, Klang und Bewegung experimentiert. Das Konzept der Bühnenwerkstatt entwickelte sich im Zusammenhang mit Ideen der klassischen Avantgarden um 1900, zum Beispiel das Gesamtkunstwerk oder die Tendenz zur Abstraktion, sowie der erstarkenden Reformpädagogik, die das aktive Tun in den Vordergrund stellte und damit auch die Architekturausbildung tiefgreifend veränderte.

In diesem Seminar widmen wir uns kritisch der Konzeption und Funktion der historischen Bauhausbühne und setzen sie zu späteren Experimenten zwischen Architektur, Theater und Tanz in Beziehung. Die übergeordnete Frage lautet: Was können wir heute von der historischen Bauhausbühne lernen? Englische Lesekenntnisse werden vorausgesetzt.

Bachelorseminar

Dr. Lisa Beißwanger

Montag, 15:15 – 16:45, L3|01 Raum 437 (Seminarraum Architektur- und Kunstgeschichte)
1st meeting: 17.10.22

Bist du ein Model(l)? Ein fragwürdiger Gesprächseinstieg, und doch wirft Architektur die Frage auf. Was bedeutet es, etwas ein Modell zu nennen? Welche Implikationen, Projektionen oder Wünsche sind damit verbunden? Architekten bauen keine Gebäude, sie zeichnen Pläne oder modellieren Strukturen. Wir wollen das Modell in den Mittelpunkt einer Betrachtung des architektonischen Denkens und Handelns stellen. Eine neue Generation virtueller Modelle verspricht Präzision, Berechenbarkeit und ideale Kommunikation zwischen Disziplinen und Akteur*innen. In diesem Seminar werden wir Fragen zum Modell als Werkzeug zur Schaffung von Wissen (nicht nur zur Repräsentation oder Dokumentation) stellen, indem wir die Produktion und Reproduktion von Modellen, ihre ästhetische und funktionale Absicht, ihre physischen Eigenschaften und sensorischen Wirkungen sowie ihre Rolle im Architekturdiskurs untersuchen.

Bachelorseminar

Prof. Dr. Anna-Maria Meister

Montag, 15:30 – 17:00, L3|01 Raum 110 (Seminarraum Kunstgeschichte)
1st meeting: 17.10.2022