Positionen

Die Mittwochabend-Vorträge im Sommersemester 2022

04.05.2022

In den vergangenen Semestern haben drei neue Professorinnen ihre Arbeit am Fachbereich aufgenommen. In diesem Semester halten sie nun ihre Antrittsvorlesungen. Wir beginnen die Mittwochabend-Reihe am 18. Mai 2022 mit der Antrittsvorlesung von Elke Reichel.

Johanna Meyer-Grohbrügge, Baugruppe Kurfürstenstraße 142, Berlin

Elke Reichel ist seit dem Sommersemester 2021 Professorin für Entwerfen und Gebäudetypologie am Fachbereich. Neu sind auch Johanna Meyer-Grohbrügge, Professorin für Entwerfen und Raumgestaltung seit dem Wintersemester 2021/22, und Dr. Anna-Maria Meister, Tenure-Track-Professorin für Architekturtheorie und -wissenschaft seit dem Wintersemester 2019.

Außerdem erwarten wir im Rahmen der Vortragsreihe drei Positionen aus Architektur, Städtebau und Physik zum Thema Nachhaltigkeit und Klimawandel: den Schweizer Architekten Philippe Rahm (Philippe Rahm Architectes, Paris), den dänischen Stadtplaner Flemming Rafn (Third Nature, Kopenhagen) und den Kernphysiker Markus Roth von der TU Darmstadt.

Über die Veranstaltung:
Seit dem Wintersemester 1970/71 veranstaltet der Fachbereich Architektur die Mittwochabend-Vorträge. Sie sind seitdem die meistbesuchte, studienunabhängige, öffentliche Vortragsreihe der Technischen Universität Darmstadt und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Wissenstransfer.

Seit 2008 wird die Reihe von Prof. Wolfgang Lorch (Fachgebiet Entwerfen und Baugestaltung) für den Fachbereich konzipiert und organisiert. Wie schon in ihren Anfangstagen folgt die Reihe unter seiner Leitung dem Anspruch, aktuelle über den engeren fachlichen Kontext der Architektur hinausgehende Positionen vorzustellen, die die generalistische Ausrichtung des Fachbereichs widerspiegeln.

Teilnahme und Fortbildung:

Die Veranstaltungen sind öffentlich und kostenfrei. Sie finden in Präsenz statt und werden zusätzlich via Zoom gestreamt.

Die Teilnahme ist als Fortbildung bei der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen anerkannt.

Informationen zur Teilnahme vor Ort und online sowie zur Anerkennung der Fortbildungspunkte finden Sie unter: https://www.architektur.tu-darmstadt.de/mittwochabend

Die Vorträge in der Übersicht

18. Mai 2022: Elke Reichel

Antrittsvorlesung
„Jedes Haus ein Prototyp“

Elke Reichel

Elke Reichel ist seit Mai 2021 Professorin für Entwerfen und Gebäudetypologie am Fachbereich Architektur der TU Darmstadt. Sie studierte bis 2001 Architektur an der TU Dresden und der Mackintosh School of Architecture der Glasgow School of Art. Von 2001 bis 2008 war sie Mitarbeiterin bei Behnisch & Partner und Behnisch Architekten in Stuttgart (u.a. Projektleitung Ozeaneum Stralsund).

Gemeinsam mit Prof. Peter Schlaier führt sie ihr eigenes Büro REICHEL SCHLAIER ARCHITEKTEN GmbH, welches sie 2009 gründete. Zu ihrem vielfach ausgezeichneten Werk gehören u.a. mehrere Neubauten für das Familienunternehmen Alfred Kärcher in Winnenden, die Neuapostolische Kirche in Überlingen und die Modernisierung und Reattraktivierung des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund.

25. Mai 2022: Philippe Rahm

Architekt, Paris
„Climatic Architecture“
http://www.philipperahm.com

Philippe Rahm ist ein Schweizer Architekt, Leiter des Büros „Philippe Rahm architectes“ mit Sitz in Paris, Frankreich. Seine Arbeit, die den Bereich der Architektur von der Physiologie bis zur Meteorologie erweitert, hat im Kontext der Nachhaltigkeit ein internationales Publikum gefunden. Zu seinen jüngsten Arbeiten gehören der erste Preis des Farini-Wettbewerbs (60 ha) in Mailand 2019, der 70 Hektar große Central Park in Taichung, Taiwan, der im Dezember 2020 fertiggestellt wird, die Agora des französischen Nationalradios in Paris und eine 2700 m2 große Ausstellungsarchitektur für die Luma-Stiftung in Arles, Frankreich.

Er hatte Professuren an der GSD Harvard University, Columbia, Cornell oder Princeton University inne. Er ist außerordentlicher Professor an der Nationalen Hochschule für Architektur in Versailles, Frankreich (ENSA-V). Im Jahr 2020 ist er Kurator und Autor der Ausstellung und des Buches „Naturgeschichte der Architektur“ im Pavillon de l'Arsenal in Paris.

08. Juni 2022: Markus Roth

Kernphysiker, Darmstadt
„Kernfusion – Nachhaltige Energieerzeugung im Angesicht unsicherer Versorgungsketten“

Dr. Markus Roth ist seit 2003 Professor am Institut für Kernphysik der Technische Universität Darmstadt. Er ist ein führender Experte auf dem Gebiet der Trägheitsfusion, der Kurzpuls-Laser-Materie-Wechselwirkung, relativistischer Plasmen und laserbasierter Teilchenbeschleunigung. Er war Teil des Teams, das 1999 die ersten laserbeschleunigten Ionenstrahlen am LLNL NOVA PW Laser entdeckte. Er initiierte den Bau des 600 TW PHELIX-Lasers in Darmstadt. Zu seinen Entdeckungen gehört u.A. die Erzeugung von Protonenstrahlen bis 60 MeV Energie (10), der Beweis der exzellenten Strahlqualität, die Idee und das Konzept der schnellen Zündung der Fusion mit Protonenstrahlen und die Messung der Konversionseffizienz. Die Ergebnisse führten zur Bildung internationaler Forschergruppen unter seiner Leitung. In 2012 entwickelte er eine lasergetriebene Neutronenquelle zur zerstörungsfreien Analyse für Industrie und Wissenschaft.

Von 2008 bis 2014 hatte er die Ehrenprofessur der Kyoto University inne. Für seine Leistungen wurde er 2012 und 2016 mit dem Rosen Scholar Award des Los Alamos National Laboratory ausgezeichnet. 2019 gründete er das internationale Zentrum für Nukleare Photonik an der TU Darmstadt, das vom Land Hessen im Rahmen der Exzellenzintitiative LOEWE gefördert wurde. Neben zahlreichen Beraterfunktionen und der Leitung zahlreicher internationaler Kollaborationen wurde er 2013 mit der Fellowship der American Physical Society ausgezeichnet.

15. Juni 2022: Johanna Meyer-Grohbrügge

Antrittsvorlesung
„Raum leben“

Charlotte Van den Broeck

Johanna Meyer-Grohbrügge ist seit Oktober 2021 Professorin für Entwerfen und Raumgestaltung am Fachbereich Architektur der TU Darmstadt. Nach Ihrem Studium an der BTU Cottbus und der ETH Zürich arbeitete sie für fünf Jahre bei SANAA/ Kazuyo Sejima + Ryue Nishizawa in Tokio. 2010 gründete sie mit Sam Chermayeff in Berlin das Büro June 14 Meyer-Grohbrügge & Chermayeff und 2015 das Büro Meyer-Grohbrügge.

Viele ihrer Projekte bewegen sich an der Schnittstelle von Kunst und Architektur. Der Ausstellungsarchitektur für die Kunstmesse art berlin contemporary im Jahr 2015 folgen zahlreiche weitere z.B. für die 11. berlin biennale 2020 sowie Ausbauten für Kunstgalerien, letztere oft in Verbindung mit Möbelentwürfen. So auch beim vielbeachteten Umbau des ehemaligen tschechischen Kulturinstituts in Berlin in einen Ausstellungsort für zeitbasierte Medienkunst für die Berliner Dependance der Julia Stoschek Collection.

Für die Baugruppe „Kurfürstenstraße 142“ hat sie gemeinsam mit Sam Chermayeff ein Gebäude entworfen, das flexibel auf die Bedürfnisse der Bewohner*innen reagieren kann. Die sechs Gebäudekörper überschneiden sich sowohl horizontal als auch vertikal. Hierdurch entstehen räumliche Schnittmengen, durch die sich die 20 Wohneinheiten je nach Bedarf neu kombinieren, miteinander teilen, erweitern und verkleinern lassen.

22. Juni 2022: Flemming Rafn

Third Nature, Kopenhagen
„Nature Strikes Back. Strategies towards the Climate Responsive City“

Flemming Rafn

Flemming Rafn, Mitbegründer und Partner des Architekturbüros THIRD NATURE, wird eine Einführung in die sowohl kritische als auch positivistische Herangehensweise seines Büros an unsere vom Klima herausgeforderten Städte geben. Das dänische Studio hat in den letzten zehn Jahren einige der größten und innovativsten Klimaprojekte in Dänemark geleitet. Flemmings Schlüsselkonzepte beruhen auf der Vorstellung, dass ein kohärentes und optimiertes Design die stärkste Wirkung und die nachhaltigsten Lösungen für die Stadt als Ganzes schafft, aber auch die Sensibilität für einzelne Räume, Orte und die Menschen erhöht. Eine Sensibilität, die die Nutzer zu einem bewussteren, freudigeren und widerstandsfähigeren Alltagsleben einlädt.

29. Juni 2022: Anna-Maria Meister

Antrittsvorlesung
„Architektur schafft Wissen – aber was war noch die Frage?“

Anna-Maria Meister

Anna-Maria Meister hat seit dem Wintersemester 2019 die Tenure-Track-Professur für Architekturtheorie und -wissenschaft inne. Meister arbeitet an der Schnittstelle von Architekturgeschichte und -theorie mit architektonischer Praxis und Kritik einerseits, und Technikgeschichte andererseits.

Vor ihrer Dissertation an der Princeton University und einem Postdoctoral Fellowship an der TU München erhielt sie einen Master of Science in Architektur an der Columbia University und ein Diplom von der TU München. Sie arbeitete fünf Jahre als Architektin und war Fellow am Max Planck Institut für Wissenschaftsgeschichte. Ihre Arbeit wurde unter anderem von der Graham Foundation, dem Berlin Programm der Humboldt Universität und dem DAAD gefördert. Ihre Forschung wurde unter anderem im Harvard Design Magazine, Volume, Uncube, Baumeister, Arch+ und als Buchkapitel in Architecture and the Paradox of Dissidence (Routledge, 2013) veröffentlicht. Das kollaborative Projekt „Radical Pedagogies“, das Meister ko-kuratiert und ko-editiert, wurde auf der Lissabon Triennale 2013 und der 14. Architekturbiennale in Venedig ausgestellt, wo es mit einer „Special Mention“ ausgezeichnet wurde. Die globale Studie versammelt Beiträge zu Experimenten in der Architekturpädagogik der 1960er und 1970er Jahre von mehr als 60 Autor*innen. Das Buch zu diesem Projekt erscheint am 17. Mai 2022.

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