Museo del carnevale di Venezia, Venedig

Masterarbeit Sommer 2019

Herausgegeben vom Fachgebiet Entwerfen und Gebäudetechnologie (Prof. Anett-Maud Joppien)

Die über 900 Jahre alte Geschichte des Karnevals in einer der faszinierendsten Städte der Welt hat uns veranlasst das Museo del Carnevale als Entwurfsaufgabe der Masterthesis herauszugeben. Das Museo del Carnevale soll der kommerzialisierten Entwicklung entgegenwirken und den traditionellen Karneval in seiner historischen Form und seiner Faszination den Bewohner*innen der Lagunenstadt sowie den Besucher*innen nahebringen. Dabei stehen folgende Fragen im Vordergrund:

Wie kann der Karneval innerhalb eines architektonischen Konzeptes verräumlicht und dargestellt werden? Wie können die tradierten Bilder und Elemente des Karnevals in der Architektur gezeigt werden? Wie kann das Museo del Carnevale in die historische Struktur mit ihrer Vielzahl an Baudenkmälern sensibel integriert werden und dennoch in seiner Bedeutung lesbar bleiben?

Mit dem Thema „Museo del Carnevale“ stellen sich besondere Herausforderungen im Bereich des Planens im historischen Kontext, sowie im Hinblick auf Raum, Licht, Materialität, Proportion und Symbolik. Nicht allein fachliches Können, sondern Begeisterung für die Aufgabe und die intensive Auseinandersetzung mit dem Karneval, der faszinierenden Stadt Venedig und dem attraktiven Grundstück am Wasser liefern Ideen und Inspiration für ein tragfähiges architektonisches Konzept.

Die Leitidee des Entwurfes ist die Ausbildung eines Museumsneubaus als attraktiver Bestandteil der Karnevalskultur mit dem Ziel, durch ein Zusammenspiel mit vielfältigen und flexiblen Nutzungen und Aktivitäten verschiedene Zielgruppen anzusprechen. Herausforderung ist es dabei, den Museumsneubau das vorhandene Stadtraum zu verbessern und dabei repräsentativ und einladend in das Stadtbild integriert zu werden.

Der Entwurf manifestiert sich in vier Kuben, die durch ein mehrfach verwinkelten Sockelbau verbunden wird. Die Setzung der Kubatur ist daher so gewählt, sodass sich an den Negativecken Plätze mit verschiedener Funktion bilden, die durch Wege mit dem Stadtraum verbunden sind. Der Südliche Platz wird als Museumsvorplatz und Ankunftspunkt genutzt. Zusätzlich zur Adressbildung kann der Platz für temporäre Veranstaltungen dienen. Die Bauhöhen leiten sich vom Nachbargebäude ab, nur der südliche Kubus besitzt eine größere Höhe, um an der Uferpromenade ein Auftaktspunkt herzustellen.

Orthogonal zur Uferpromenade ist im Sockelgeschoss eine Museumspromenade mit Nutzungen verlegt, die die zeitgenössische Kultur des Karnevals repräsentieren. Ein pädagogisches Institut mit Bibliothek, ein Multifunktionssaal für Veranstaltungen und eine Schauwerkstatt mit Präsentation des Handwerks von Kostüme und Maskenbau reihen sich an eine Achse an und bilden durch Fensteröffnungen Sichtbezüge zum Außenraum. Somit wird durch Einblick, Ausblick und Durchblick ein abwechslungsreiches Raumerlebnis ermöglicht. Das Ausstellungsprinzip ist als Rundgang konzipiert und fängt im zweiten Geschoss an. Die Struktur des Grundrisses ist jedoch so gelegt, dass der Ausstellungsraum nach Bedarf zusammengeschaltet werden kann, sodass sich verschiedene Variationen realisieren lassen. Ende des Rundgangs bildet die Treppe, die runter an den Werkstätten und Café vorbei führt und zum Museumshof gerichtet ist, und die Besucher zum Verweilen und Lesen einlädt.

Gewählt wird ein Sichtmauerwerk mit rotem Klinker, das mit der Höhe eine hellere Farbe aufweist. Durch den Versatz des Kreuzverbandes wird ein Rautenmuster generiert, das an die klassische Kostümkultur des venezianischen Karnevals angelehnt ist.

© Duc Thinh Du

© Duc Thinh Du

© Duc Thinh Du

© Duc Thinh Du

© Duc Thinh Du

© Duc Thinh Du

© Duc Thinh Du

Der Karneval genießt in Venedig eine ganz besondere Stellung. Er ist Teil der gesellschaftlichen Entwicklung und essenzieller Bestandteil der venezianischen Kultur. Der historische Karneval war nicht touristisch bestimmt. Eine festliche von Lebenslust geprägte Atmosphäre bestimmte die Hochzeit des Karnevals im 18. Jahrhundert. Das heutige Kostümieren wird eher von den Denkweisen der Konsumgesellschaft angetrieben. Sie tendiert dazu Kulturen zu anonymisieren. Dies hat zur Folge, dass die lokale volkstümliche Tradition des Karnevals an Eigentümlichkeit und Substanz verliert. Das Museum möchte dieser Entwicklung entgegen wirken, die Bindungen der verborgenen Tradition an venezianische Kultur und Geschichte stärken und den ihr innewohnenden Zauber kultivieren.

Das Entwurfskonzept beschreibt die architektonische Antwort auf den Zustand der Alltagsflucht (Eskapismus), in den sich der Venezianer während des Karnevals versetzt. Ebenso taucht der Besucher im Museo del Carnevale in eine Art Traumwelt ein, die den traditionsreichen Karneval auf besondere Art inszeniert und erlebbar macht.

Das Motiv des Rundbogens als raumprägendes Element unterstreicht die Dynamik und Verspieltheit des Karnevals. Die ausgewählte Farbgebung dient als Auslöser starker Wirkung. Die emotionale Kraft des Rundbogen als konstruktives Element unterstreicht die Raumwirkung und durch seine unterschiedlichen Formen entsteht ein räumlich konstruktiver Verfremdungseffekt. Das Museum ermöglicht Ausstellungen, neue Werkstätten, Vorführungen und Begegnungen Raum, um dem Touristen eine Orientierung und Inspiration zu geben und ihn anhand der einzigartigen Geschichte Venedigs auf das kulturelle Erbe der Stadt hinzuweisen.

© Janine Denfeld

© Janine Denfeld

© Janine Denfeld

© Janine Denfeld

© Janine Denfeld

© Janine Denfeld

© Janine Denfeld

© Janine Denfeld

Der Karneval genießt in Venedig eine ganz besondere Stellung. Er ist Teil der gesellschaftlichen Entwicklung und essenzieller Bestandteil der venezianischen Kultur. Der historische Karneval war nicht touristisch bestimmt. Eine festliche von Lebenslust geprägte Atmosphäre bestimmte die Hochzeit des Karnevals im 18. Jahrhundert. Das heutige Kostümieren wird eher von den Denkweisen der Konsumgesellschaft angetrieben. Sie tendiert dazu Kulturen zu anonymisieren. Dies hat zur Folge, dass die lokale volkstümliche Tradition des Karnevals an Eigentümlichkeit und Substanz verliert. Das Museum möchte dieser Entwicklung entgegen wirken, die Bindungen der verborgenen Tradition an venezianische Kultur und Geschichte stärken und den ihr innewohnenden Zauber kultivieren.

Das Entwurfskonzept beschreibt die architektonische Antwort auf den Zustand der Alltagsflucht (Eskapismus), in den sich der Venezianer während des Karnevals versetzt. Ebenso taucht der Besucher im Museo del Carnevale in eine Art Traumwelt ein, die den traditionsreichen Karneval auf besondere Art inszeniert und erlebbar macht.

Das Motiv des Rundbogens als raumprägendes Element unterstreicht die Dynamik und Verspieltheit des Karnevals. Die ausgewählte Farbgebung dient als Auslöser starker Wirkung. Die emotionale Kraft des Rundbogen als konstruktives Element unterstreicht die Raumwirkung und durch seine unterschiedlichen Formen entsteht ein räumlich konstruktiver Verfremdungseffekt. Das Museum ermöglicht Ausstellungen, neue Werkstätten, Vorführungen und Begegnungen Raum, um dem Touristen eine Orientierung und Inspiration zu geben und ihn anhand der einzigartigen Geschichte Venedigs auf das kulturelle Erbe der Stadt hinzuweisen.

© Nawel Zegrar

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© Nawel Zegrar

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