Vorträge

(Mehr als) Licht, Luft und Sonne

Gastvortrag von Oliver Sukrow

Oliver Sukrow beschäftigt sich im Rahmen seines laufenden Habilitationsprojekts mit der Architektur von Kurorten.
Im Rahmen des Seminars „Gebautes Fernweh“ (Technischen Universität Dresden) wird er im Januar in einem öffentlichen Gastvortrag über die Geschichte und Gestaltung dieser Bauaufgabe in der Moderne referieren.

Der Vortrag mit anschließender Diskussion findet am 28. Januar 2025 um 13 Uhr statt.

International Spa Heritage Festival

09.-10. Oktober 2024

Dr. McLellan’s Thermal Trip from America to Europe | Oliver Sukrow

Erstmalig fand das alljährliche Spa Heritage Festival der European Historic Thermal Town Association (EHTTA) außerhalb Europas statt. In Kooperation mit dem New York State Park System stand die diesjährige Konferenz in Saratoga Springs im Bundesstaat New York unter dem Motto des transatlantischen Austauschs von Kurort-Wissen und -praktiken. Saratoga Springs erlebte in den 1930er Jahren einen Aufschwung, der sich auch in der baulichen Erweiterung um einen großen Kurkomplex niederschlug.

Oliver Sukrow stellte in seinem Vortrag die Reise des Badearztes Walter S. McClellan aus Saratoga Springs vor, der im staatlichen Auftrag Anfang der 1930er Jahre durch Europa reiste, um dort die Transformation der Kurorte in medizinischer, therapeutischer und architektonischer Hinsicht zu studieren. Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten war McClellan mit der Erneuerung Saratoga Springs zu einem demokratischen Kurort betraut. Auf Basis des erhaltenen Tagebuchs von McClellan konnte Oliver Sukrow sowohl die Reiseroute als auch einige Netzwerke des Arztes aufzeigen und damit die Bedeutung des transatlantischen Wissensaustauschs Anfang des 20. Jahrhunderts für die Entwicklung der Kurorte aufzeigen.

Weitere Informationen hier: Historic Thermal Towns

Politischer Bildungsbau

In Vorbereitung des 2024er-Jahrbuchs der Guernica Gesellschaft e.V., das sich mit dem politischen Bildungsbau auseinandersetzen wird, veranstaltet die Guernica Gesellschaft e.V. in Kooperation mit dem Fachgebiet Architekturtheorie und -wissenschaft (ATW) der TU Darmstadt einen Workshop zum Thema, der erste Impulse für das Jahrbuch in Form von Projektskizzen präsentieren soll. Das verbindende Thema der vielfältigen Beiträge ist die politische Dimension von Bildungsbauten, insbesondere im 20. Jahrhundert. Dabei werden architektonische, städtebauliche und designhistorische Themenfelder anhand von Fallbeispielen diskutiert. Der Bildungsbau als eine zentrale Bauaufgabe der Wissensgesellschaft des 20. Jahrhunderts soll so in seinen sozialen, gesellschaftlichen und politischen Dimensionen analysiert werden.

Für die Teilnahme an der Tagung bitten wir um Anmeldung bis zum 26.11.2023 bei Alexandra Axtmann (). Der Zugangslink wird danach zugeschickt werden.

Referent*innen: Lisa Beißwanger (Koblenz), Regina Bittner (Dessau), Sonja Hnilica (Dresden), Martin Papenbrock (Karlsruhe), Eva Maria Stadler (Wien), Oliver Sukrow (Darmstadt), Anna-Sophie Kruscha (Wuppertal), Joaquín Medina Warmburg (Karlsruhe)
Moderator*innen: Alexandra Axtmann, Anna Greve, Oliver Sukrow
Konzept: Alexandra Axtmann, Oliver Sukrow
Kooperationspartner: Guernica Gesellschaft e.V., TU Darmstadt / ATW

10:00 Alexandra Axtmann (KIT Karlsruhe) und Oliver Sukrow (TU Darmstadt)
Begrüßung und Einführung

10:20 Regina Bittner (Bauhaus Dessau)
Campus im Aufbruch: Zur Transnationalität der Bildungsmoderne

10:45 Eva Maria Stadler (Universität für angewandte Kunst Wien)
The Garden for the Children is the Kindergarten

11:10 Joaquim Medina Warmburg (KIT Karlsruhe)
Schulbaupolitik in Argentinien Ende des 20. Jahrhunderts

11:35 Diskussion

12:00 Pause

12:45 Lisa Beißwanger (Universität Koblenz)
Zwischen Klaustrophobie und maximaler (Gestaltungs-)Freiheit – Fensterlose Klassenzimmer der 1970er-Jahre

13:10 Oliver Sukrow (TU Darmstadt)
Schulbau in der DDR als politische Aufgabe

13:35 Anna-Sophie Kruscha (Bergische Universität Wuppertal)
Das Bildungsverständnis der Schulreform in SBZ und DDR (1945-1955)

14:00 Diskussion

14:30 Pause

14:45 Sonja Hnilica (TU Dresden)
Pädagogischen Hochschulen der Nachkriegsjahrzehnte

15:10 Martin Papenbrock (KIT Karlsruhe)
Der Kufenstuhl. Zur Modernisierung des Schulmobiliars nach 1945

15:35 Diskussion

16:00 Zusammenfassung und Organisatorisches zum Jahrbuch

Tagung Interessen, Konflikte, Freiräume. Kultur- und Forschungsinstitutionen zur DDR-Zeit

Interdisziplinäre wissenschaftliche Tagung, Weimar, 31. Mai – 02. Juni 2023 Tagungsleitung: Dr. Stefanie Freyer (Weimar), Dr. Paul Kahl (Weimar), PD Dr. Frank Wolff (Osnabrück)

„Unser Weg und die Vergangenheit“ – Gerhard Pommeranz-Liedtke und die Kunstsammlungen zu Weimar zwischen Traditionspflege und Aufbruch“ | Oliver Sukrow

Zur Geschichte der Weimarer Forschungsinstitutionen in der DDR fand eine wissenschaftliche Tagung der Klassik Stiftung Weimar statt. Die Tagung stellte die Erforschung von Kultur- und Forschungsinstitutionen zur DDR-Zeit in den Mittelpunkt und fragt, welche Aushandlungsprozesse das Schaffen und Wirken dieser speziellen Institutionen und ihrer Akteure prägten. Im Fokus steht dabei das Beziehungsdreieck zwischen Institutionen, Individuen und Politik. Ein exemplarischer Anlass dazu ist die anvisierte Erforschung der „Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur in Weimar (NFG)“ (1953–1991), die als bedeutende Institution auf den Umgang mit Kulturerbe und die spezifische Situation von Forschung und Kulturarbeit in der DDR verweist.

Im Vortrag ging Oliver Sukrow auf die Kunstsammlungen zu Weimar nach 1945 ein und legte einen besonderen Fokus auf die Rezeption des Bauhauses in Weimar. Die Kunstsammlungen bemühten sich früh um eine kritische Würdigung der sog. „nachklassischen Traditionen“ und um eine Rehabilitierung der Moderne. Dabei kooperierten sie häufig mit der Hochschule für Architektur und Bauwesen, der heutigen Bauhaus Universität Weimar. Während der deutsch-deutschen Teilung standen die Weimarer Bauhaus-Orte in Konkurrenz und Austausch mit westdeutschen Erinnerungsorten, z.B. dem Bauhaus-Archiv Darmstadt.

Weitere Informationen auf www.klassik-stiftung.de

Call for Paper auf H-Soz-Kult

Workshop des Max Kade Institute for Austrian-German-Swiss Studies der University of Southern California, des Deutschen Historischen Instituts Washington, D.C., des USC Dornsife Dean’s Office und des USC Center on Science, Technology, and Public Life

Designing the 20th Century Spa Town as Space of Experience | Oliver Sukrow

Oliver Sukrow referierte über sein Habilitationsprojekt zu europäischen Kurorten und ihren therapeutischen Infrastrukturen im Rahmen eines internationalen Expert*innenworkshops an der University of Southern California in Los Angeles, der am 14.-15. Mai 2023 im Max Kade Institute for Austrian-German-Swiss Studies an der USC stattfand. Gerade Los Angeles bietet sich aufgrund seiner umfassenden und komplexen Infrastruktur(architektur)geschichte im 20. Jahrhundert als Ort für eine solche Veranstaltung an.

Der Workshop, der eine Kooperation der USC mit dem Deutschen Historischen Institut Washington, D.C. und der USC darstellte und von Prof. Paul Lerner (USC), Dr. Jan Hansen (HU Berlin / USC) und Dr. Andreas Greiner (DHI) organisiert wurde, diente dem Austausch über das komplexe Thema der Infrastruktur und ihres Einflusses auf das menschliche Verhalten. Insbesondere für das 20. Jahrhundert lassen sich viele Beispiele nachweisen, bei denen mittels Architektur, Städtebau oder Design versucht wurde, auf das Zusammenleben und die Entscheidungen von Individuen und Kollektiven einzuwirken. Die internationalen Beiträge setzten sich aus kulturwissenschaftlicher und historischer Perspektive mit dem öffentlichen Nahverkehr in Tokio und Tallinn, mit der Energieversorgung und edukativen Politiken in Los Angeles, dem Nachkriegsstädtebau in Großbritannien und Jugoslawien, mit Arbeitslagern in Frankreich und der Sowjetunion sowie den stalinistischen Hochhausbauten der 1950er Jahre auseinander.

Oliver Sukrows Vortrag „From Embellished Landscapes of Health to Spaces of Leisure and Hygiene: Designing the 20th Century Spa Town as Space of Experience” zeigte die Bandbreite und Vielschichtigkeit von Kurorten in Mittel- und Mittelosteuropa im 20. Jahrhundert auf, die von einem hohen Grad an Politisierung und Ideologisierung geprägt waren. Dies schlug sich, so die These des Beitrags, insbesondere in der Architektur und im Ausbau bestimmter Infrastrukturen nieder. Kurorten veränderten sich seit dem beginnenden Massentourismus und mit dem Aufkommen des Wintersports im zweiten Drittel des 20. Jahrhunderts fundamental. Diese Neuausrichtungen und infrastrukturellen Anpassungen prägen viele Kurorte bis heute stark und stellen Herausforderungen für die weitere Entwicklung dar.

Eine Veröffentlichung der Beiträge in Form eines Sammelbandes oder einer Sonderausgabe einer Fachzeitschrift ist vorgesehen.


Weitere Informationen zum Programm und zum Konzept:
www.hsozkult.de