The Bishop's Winery

Masterthesis Winter 2016/17

Herausgegeben vom Fachgebiet Entwerfen und Baugestaltung (Prof. Wolfgang Lorch)

Die bischöflichen Weingüter als größtes Weingut an der Mosel stellen allein durch ihren Rang bereits eine relevante Bauaufgabe dar. Ein angemessenes Haus im städtischen Kontext, das die Institution zum Teil Marke werden lässt ist Gegenstand dieser Aufgabe. Das Weingutsgebäude, erbaut auf römischen und mittelalterlichen Kelleranlagen soll gleichsam Repräsentations- wie Veranstaltungsort sein und der Bedeutung der bischöflichen Weingüter auf zeitgemäße Art gerecht werden. Die Suche nach einer im besten Sinne nicht zeitgebundenen Architektur soll Keimzelle und Motivation zugleich sein, die bischöflichen Weingüter auf angemessene Weise neu zu definieren.

Für die Bischöflichen Weingüter Trier entsteht ein repräsentatives Weingutsgebäude. Das neue Gebäude soll den Bedürfnissen und Anforderungen der Bischöflichen Weingütern entsprechen, sich aber auch in das städtische Bild einbinden. Dabei soll zeitgemäße Architektur entstehen, bei der die Kubatur, Materialität und Funktion von entscheidender Bedeutung ist. Das gesamte Grundstück wird baulich verwendet, um die räumliche Struktur zu definieren. Die über die Ecke aneinander gefügten Gebäudeteile umrahmen die alte Tuchfabrik und definieren die Parzellengrenze. Städtebaulich gesehen, handelt es sich um eine ausgedehnte Morphologie, die stufenweise unterschiedliche Gebäudehöhen hat. Der Kerngedanke war es, ein geschlossenes Gebäude zu entwerfen, das von innen nach außen wie ein Organismus funktioniert. Dabei stehen vor allem die Einbindung des Ortes, sowie die Wechselwirkung zwischen privatem und öffentlichem Raum im Vordergrund. Es folgt dabei einer zweigliedrigen Struktur und teilt sich in Weingut und das Hotel auf. Den Kern bildet ein überdachter Hof, der den Mittelpunkt des Gebäudes markiert. Über den Hof erfolgt die Erschließung, die sich auf zwei Achsen in Nord und Süd verteilt. Ein zusätzlicher Baukörper schlie.t an der Nordseite des Hauptkörpers senkrecht an. Der Haupteingang zum Weingut befindet sich mittig der Gervasiusstraße, gegenüber den Wohnhäusern. Den separater Eingang für das Hotel findet man an der Wechselstraße, südlich des Gebäudekomplexes. Während im Erdgeschoss die Räume für die öffentliche Nutzung liegen (Veranstaltungen, Vinothek, Restaurant, zentraler Hof), sind im ersten und zweiten Obergeschoss die Verwaltung und das Museum angedacht. Den wesentlichen Kern des Gebäudes bildet die Schatzkammer. Sie liegt mittig im Hauptgebäude in zwei Untergeschossen und unterteilt diese in zwei funktionale Ebenen. Der gesamte Gebäudekomplex besteht einheitlich aus einer Symbiose von Beton, Glas und Holz, wobei Beton das wesentliche Bauelement ist. Durch das Zusammenspiel des Volumens, der Materialien und der Räumlichkeiten ist das Gebäude ein weiteres Monument im Stadtgefüge.

© Adil Selimovic

© Adil Selimovic

© Adil Selimovic

© Adil Selimovic

© Adil Selimovic

© Adil Selimovic

© Adil Selimovic

Der Anspruch an ein Weingut, das seinen Standort inmitten der Stadt hat, ist aus unterschiedlichen Perspektiven und Dimensionen aufzugreifen. Er ist nicht nur ein Ort zur Lagerung der Weinfässer, sondern auch ein Ort, der repräsentativ für seine Umgebung steht, an dem Veranstaltungen und städtisches Leben ihren Platz finden. Ebenso wichtig ist es, die unterschiedlichen Zeitschichten der Stadt aufzugreifen und neu zusammenzusetzen. Städtebaulich wird die ungeklärte Situation des Baufelds durch Setzung eines nahezu quadratischen Volumens, mit Innenhof an den nördlichen Teil der Tuchfabrik geklärt. Ein reaktiviertes Gebäude im Süden spannt zusammen mit dem neuen Weingut ein Platz auf, der dem Ort städtisches Leben einhaucht und zugleich als Eingang in das Weingut funktioniert. Die Typologie eines Weinguts zeichnet sich im Allgemeinen durch die zwei Komponenten Produktion und Zurschaustellung aus. Infolgedessen liegt der Schwerpunkt auf der Verknüpfung beider Themen, umgesetzt in Raum, Konstruktion und Atmosph.re. Das Weinfass ist ein repräsentatives Element im Prozess zur Weinherstellung, nebenstehend die Weinflasche als Endprodukt und der Edelstahltank als Produktionsobjekt. Diese prozesshafte Struktur wird in meinem Entwurf aufgenommen und wiedergegeben. Das Stadtbild von Trier wurde sehr stark durch die römische Baukunst beeinflusst. Auch heute zeichnet sich dies in einer Vielzahl von Stätten ab, die zum Weltkulturerbe zählen, wie etwa die Porta Nigra und die Kaiserthermen. Um sowohl diesem Stadtbild als auch dem bischöflichen Konvikt gerecht zu werden, ist die Fassade in Anlehnung an die römische Baukunst klassisch gehalten. Des Weiteren soll auf die Symbolik des Weines verwiesen werden, der eine zentrale Rolle im katholischen Glauben spielt.

© Simon Umbeck

© Simon Umbeck

© Simon Umbeck

© Simon Umbeck

© Simon Umbeck

© Simon Umbeck

Bei meinem Entwurf konzentriere ich mich auf das einzelne Haus. Ein angemessenes Haus im städtischen Kontext, das die Institution zum Teil Marke werden lässt, ist Gegenstand dieser Aufgabe. Das Weingutsgebäude, erbaut auf römischen und mittelalterlichen Kelleranlagen soll gleichsam Repräsentations- wie Veranstaltungsort sein und der Bedeutung der bischöflichen Weingüter auf zeitgemäße Art gerecht werden. Trier gehört zu den ältesten Städten Deutschlands. Innerhalb des typisch römischen, in rechten Winkeln ausgerichteten Stadtrasters befinden sich Kulturdenkmale sowie Großbauten, die das Stadtbild prägen. Zu den wichtigen Denkmalgruppen der Stadt gehören ebenfalls die Keller, welche innerhalb des heutigen Bestandes an mittelalterlichen Profanbauten in der Altstadt sogar den weitaus größeren Anteil ausmachen. Das Bischöfliche Konvikt umfasst 37 Hektar Weinberge. Der Duisburger Hof in Eitelsbach ist im Besitz des Bischöflichen Konvikts und dient bis heute als Kelterhaus für alle Trauben, die an Mosel und Ruwer geerntet werden. Die Bischöflichen Weingüter sind bekannt für Ihre ausgezeichneten Rieslingweine und stehen für eine jahrhundertealte Tradition im Weinbau.

© Yu Tianze

© Yu Tianze

© Yu Tianze

© Yu Tianze

© Yu Tianze

© Yu Tianze

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